HENKE – Zeitmemory


Das Oswald Henke “sein Ding durchzieht”, auch wenn die Musikindustrie nicht mitmacht, ist ja unter den Fans mittlerweile schon hinreichend bekannt. Wenn die Plattenindustrie nicht will, dann gibt es die CDs halt nur zum Download, siehe fetisch:Mensch (das sogar lange Zeit komplett umsonst) – und dann wird der Fokus auch nicht auf CDs sondern auf Live-Konzerte gelegt. Basta.

Mit seiner neuen Band HENKE hat Oswald letztes Jahr wieder ein neues Wagnis bestritten – eine CD komplett finanziert von den Fans, mit großartigen Aktionen – über Vorverkauf von CDs (mit gewissen Vorzügen, wie früheres erhalten einer signierten Version) hin zur Unikat-Versteigerung der Demos (auch wenn diese nicht auf das Album kommen sollten), oder dabei sein bei den Aufnahmen, etc. gab es viele Möglichkeiten und für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei, um die Band zu Unterstützen, bei ihrem 100%-HENKE Album, bei dem kein Label, keine Plattenfirma, kein Vertreiber auch nur in irgend einer weise Einfluss genommen hat.

Jetzt kommt der nächste Streich, der diesmal die Radiosender trifft:

“Wenn die Radiosender uns nicht spielen wollen, dann ist eben das Web 2.0 unsere Radiostation!” tönt es auf der Webseite von HENKE, und weiter:

Wer HENKE unterstützen und den Programmdirektoren der Radiostationen ein Schnippchen schlagen möchte, findet hier einen Youtube-Stream zu unserer Single „Zeitmemory“ in Radiofassung. Euere Aufgabe ist nun: Ihr müsst den Track weiterverbreiten. Schickt den Link an Freunde, Bekannte und Kollegen, verbreitet ihn in Foren und auf sonstigen Plattformen.

(…)

Dabei ist die Botschaft der Band klar: Nehmt das Zepter in die Hand und entscheidet selbst was da draußen Gehör bekommt und was nicht.

Der Song jedenfalls geht sofort ins Ohr und hinterlässt fiese Würmer, macht gespannt auf die bald erscheinende Vorab-Single und das Album, und sollte deshalb auch in der Tat fleißg gehört und geteilt werden. Also, viel Spaß mit dem Song, und aufauf – wer nicht will das noch mehr Bands irgendwann den Schritt gehen, und sich an Major-Lables verkaufen (wie es vor wenigen Wochen eine bis dahin wirklich tolle Band getan hat), der Teilt das jetzt 😉 :

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Mono Inc. – Arabia


Am 17. August ist es soweit – dann erscheint nämlich das neue Studio-Album der Band Mono Inc.. After the War soll es heißen, und nach Lead-Sänger Matrin Engler das bisher rockigste Album sein.

Ein erstes Bild konnte man sich hiervon schon im Mai machen, dort erschien nämlich die erste Vorab-Single After the War, die neben dem Titel-Song auch noch zwei weitere Songs vom kommendem Album, The Promise und No More Fear, sowie eine Extended Version des Titelsongs enthält.

Und der Titelsong hat es schon mal ordentlich in sich: Wer sich die Single nicht kaufen möchte, kann sich auch ein Bild auf YouTube machen, dort erschien nämlich Zeitgleich das Video zur Single auf dem offiziellen Mono Inc.-Kanal:

Ein absoluter Kracher, wie ich finde: Musikalisch ordentlich rockig, mit einem ohrwurmträchtigen Refrain, den man schon nach der ersten Strophe mitsingen kann und möchte. Aber auch lyrisch geht dieser Anti-Kriegssong unter die Haut, und wird im Video mit den im Gleichschritt marschierenden Massen, extremen Explosionen (deren Lautstärke sogar den Song übertönt! Sehr schön!), und militärischen Massengräbern unterstrichen wird. Ein Video das man sich sicherlich mehrmals hintereinander angucken kann.

A letter from the draft board,
Put pain to all your dreams.
You’re just another number
In military schemes.
They marched you in a uniform
You wore against your will.
With lies of hope and glory,
They taught you how to kill.

In diesem Beitrag soll es aber viel mehr um die zweite Single, Arabia gehen. Auch hier haben sich Mono Inc. wieder etwas besonderes ausgedacht – diese Single gibt es nämlich bei Amazon gratis zu kaufen. Einfach Hier auswählen, und in den Warenkorb tun, und dann den weiteren Instruktionen folgen. Man muss sich dann nämlich (wenn man nicht schon einmal etwas beim Amazon MP3-Shop gekauft hat), zunächst einmal einen Downloader installeren, den es erfreulicher Weise auch für Linux, Mac und Windows gibt, über diesen bekommt man dann in Windeseile den Song, und kann ihn genießen.

Und auch dieser Song hat es wirklich in sich:
Eingeleitet wird er durch orientalische Klänge, bei denen man zunächst absolut nicht an die Formation Mono Inc. denkt. Und trotz des dann typisch schnellen Schlagzeug-Rythmus und der doch irgendwie auch markanten Songstrukturen von Mono Inc. hat dieser Song etwas befremdliches – sogar der wunderbare Hintergrundgesang von Katha Mia klingt orientalisch-anders. Auch hier gilt: Der Refrain geht sofort ins Ohr und setzt sich fest, der Rhythmus geht direkt ins Blut und man möchte mittanzen. Und das Fremdartige? Ich fahr total drauf ab – die Mischung aus schnellem Rock und orientalischen Elementen harmoniert wunderbar. Oder um es mit den Worten eines YouTube-Kommentators zu sagen:

Was für ein megageiles Brett ist das denn bitte????? 🙂

Jup, YouTube-Kommentator, denn auch hier haben Mono Inc. es sich nehmen lassen ein ebenfalls unglaublich aufwendiges Video zu produzieren und zwar in der tunesischen Hauptstadt Tunis, und das obwohl es dort zu dem Zeitpunkt ziemlich brenzlich zuging. Das Video ist trotzdem großartig geworden, aber macht euch doch selbst ein Bild:

Wer nach all diesen tollen Songs immer noch am zögern ist, ob er denn am 17.08. auch zulangen sollte, wenn das Album dann über den Ladentisch geht, hat hier auch noch mal die Möglichkeit in Songschnippsel der anderen Lieder zu hören:

Fight like a Girl – The Single


Coverbild der Single 'Fight Like A Girl'

Der Titel sagt es ja schon: Der erste Vorbote des neuen Albums das irgendwann diesen Sommer noch erscheinen wird, “Fight Like a Girl – The Single” ist nun endlich erschienen.

Leider “nur” als MP3-Download, aber dafür bekommt man auch für läppische USD 99¢ eine Double-Feature Single, auf der neben dem Titelsong “Fight like a Girl” auch der Song “Time for Tea” drauf ist.

Der Titelsong “Fight like a Girl” geht dabei sofort über, und gefällt mir als Studio-Version sogar ein wenig besser, als die Live-Version (die auf dem HD-Mitschnitt der Tour zu finden ist). Kaum das ich den Song das erste mal gehört hatte, hab ich gleich eine Gänsehaut bekommen; die Stimme von Emilie Autumn kommt viel besser zur Geltung – zwar ist der Song sehr kämpferisch, und die eher aggressivere Performance von Emilie Autumn im Konzert auch angebracht – aber dadurch dass der Song auch sehr melodisch ist, passt der ruhigere Gesang der Studio-Version besser.

In ihrem Blog veröffentlich Emilie Autumn übrigens, um die Wartezeit bis zum kommenden Album zu verkürzen regelmäßig Informationen und Lyrics zu den einzelnen Songs. Der Songtext zu Fight Like a Girl ist auch schon seit einer Weile online.

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“Viele längst vergess’nen Geister…


… heißen Dich willkommen in der Eisigen Wirklichkeit
Eine CD Rezension, mit winzigem Rückblick auf das Konzert 😉

Coverbild der Single 'Eisige Wirklichkeit' Gestern war der offizielle Release-Termin für die Single “Eisige Wirklichkeit” von ASP. Dennoch – die treuen Fans von ASP haben ihre Version schon ab 06.03. in den Händen halten dürfen – hier fand also mal wieder ein sehr früher Versand statt. Es lohnt sich eben, bei ASP direkt zu bestellen.

Ich denke, alle Fans, die schon von vorn herein wussten, dass sie die Single haben wollen, haben sie inzwischen – somit kann ich nicht mehr all zu viel spoilern. Für den Unschlüssigen könnte diese Rezension aber vielleicht noch eine Kaufentscheidung beeinflussen? Schreibt, mir, falls ja 😉

Bevor ich in die Rezension selbst einsteige noch ein paar Worte vorweg: In der Regel kaufe ich mir keine Singles, und es fällt mir auch sehr schwer, diese zu bewerten. Wie bei allen Rezensionen gilt generell, dass sie auch stark subjektiv ist. Ich bin kein professioneller Musik-Kritiker, der das Schaffen von ASP nach technischen Maßstäben bewerten kann. Ich glaube aber, gerade das ist interessant. Wenn ich Rezensionen lese, interessieren mich die subjektiven Eindrücke von Menschen, bei denen ich einschätzen kann, wie die musikalischen Vorlieben sind (und ob diese meinen gleichen), viel mehr, als ein redaktionell perfekte und musiktechnisch einwandfreie Sezierung eines Stückes. Wie aber eine Single bewerten? Ich denke hier müsste ich mal generell ein paar “Leitlinien und Maßstäbe” verfassen, wie ich es auch schon für die Comic-Rezensionen getan habe (immerhin nimmt das hier musikalisch so langsam wirklich überhand!). Generell habe ich mich entschlossen, bei Single-Auskopplungen um einiges strenger zu rezensieren, als es bei der letzten Single der Fall war; nun sind die Songs ja bekannt also sollte auch ein größerer Anreiz geschaffen werden, eine solche CD zu kaufen. Es ist natürlich auch legitim, die Album-Version mit beizulegen. Interessant für die Besitzer des Albums sind aber, denke ich, die davon abweichenden Versionen. Schafft es der Musiker, die Songs noch einmal in einem anderen interessanten Gewand auf eine Art und Weise darzustellen, dass sie eine völlig neue Facette des Songs zeigen? Um mich selbst zu Zitieren:

Eigentlich kaufe ich mir ja kaum Singles, weil 3 mal das selbe Lied mit anderem Rhythmus im Hintergrund ist mir normalerweise zu irgendwie zu doof (…)

Und dennoch – das man Songs auf eine Weise bearbeiten kann, dass sie etwas völlig Neues bieten – das haben schon einige Musiker hinbekommen; auch ASP, denke man nur an die wundervolle neue Version von “Werben” auf der Horror Vacui (welche meiner Meinung nach alleine den Kauf des Werkes wert ist! Das unglaublich schöne neue Geigenspiel! ♥). Wobei wir auch gar nicht so weit zurück gehen brauchen: Die “Angstkathedrale” auf dem Album fremd zeigt in der “Meditation Church”-Version, wie man aus einem Song eine völlig neue Facette entlocken kann (siehe auch meine Rezension).

Ja, genau so etwas erwarte ich – wenn das glückt, und dabei auch noch Werke entstehen, die mir gefallen, dann haben die Songs ihre 5 Sterne sicher. Ansonsten werde ich im 0-2-Sterne-Bereich bleiben – was für ein-zwei Songs ja auch völlig ok und legitim ist.

Also lasst uns doch mal schauen, wie sich das neue Werk von ASP so macht?

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“Ein Wechselbalg, die Welt getauscht…” – Eine Rezension


Das neue ASP 'Wechselbalg' Cover“… und nun werden wir sehen!” Das sind die Worte, die in letzter Zeit um die Band ASP kreisten. Und sie sind passend, gleich aus mehreren Gründen. In diesem Eintrag möchte ich mich der neuen Single widmen, die heiß ersehnt wurde. Heiß ersehnt, da das zugehörige Album nun schon seit 2009 angekündigt wurde, aber leider immer wieder verschoben wurde. Nach einigen Schreckensmeldungen, machen ASP jetzt aber weiter, als hätte es diese Pause nicht gegeben. Geht das Konzept auf?

Vorgeschichte zur Single

2007 erschien das endgültige Ende des Zyklus “Schwarzer Schmetterling”. Und das war beinahe unvorstellbar: Der Schwarze Schmetterling, dieses kleine Ding, war im Original-Release von “Hast Du mich Vermisst” der erste Song, mit dem ASP sich in die Öffentlichkeit wagten, und sollte die Band 7 Jahre lang prägen, als Logo und Sinnbild, als Leitmotiv in Wort, Bild und Ton. 2007 also hätte sich eigentlich die Welt schon tauschen müssen, tat es aber nicht so recht – denn zunächst wurde eine EP herausgebracht, welche den Zyklus noch einmal aufgriff, und Lieder zu diesem beitrug, die sonst nirgends unter zu bringen war: “Die verschollenen Archive I” erzählten von weiteren Nebenschauplätzen, sowohl gesellschaftskritisch-politischer Natur, als auch von Wesen, wie Sara, die vom Schwarzen Schmetterling verdrängt wurden. Aber auch danach kam der Wandel nicht – 2008 erschien die “Horror Vacui”. Kann man einen treffenderen Titel für ein Album wählen, nachdem man 7 Jahre lang ein klares Ziel verfolgt hat und nun vor einem neuen komplett blanken Buch sitzt – eins in dem man nicht zurück Blättern kann, um zu sehen, wie man weiter vorwärts kommt?

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