Meine Top 10 Filme 2014


Mein Jahr 2014 war ziemlich Filmelastig. Nicht nur, dass ich wie immer einiges an Filmen so konsumiert habe. Auch war ich bestimmt mind. 48 mal in der Sneak Preview und konnte so einige Filmperlen entdecken. Und dann kommt noch hinzu, dass ich von meinem Bruder zu Weihnachten einen BluRay Player geschenkt bekommen habe und nun wieder in meine alte Sammelsucht verfallen bin – immerhin müssen jetzt einige 100 DVDs durch BluRays ersetzt werden. Einen nicht unimposanten Anfang habe ich gemacht und damit mein gesamtes Weihnachtsgeld und einges an Erspartem verprasst: Damn you, mein Bruder, für dieses teuflische Geschenk! 😀

Wer einen virtuellen Blick in meine noch junges aber schon recht ausgewähltes BluRay-Regal werfen möchte, findet die Filme hier. Dabei wird auffallen dass ich mich vor allem auf Steel- und Mediabooks eingeschossen habe; diesen kleinen blaudurchsichtigen dünnen Plastikhüllen mit absolut minimaler Qualität kann ich auch heute noch nichts abgewinnen. Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass ich bis Ende letzten Jahres immer noch auf DVDs gesetzt habe – hier sehen die Amaray-Hüllen nicht so furchtbar aus, wie es die der blauen Scheiben tun; außerdem gab es von Anfang an eine ganze Menge an Sonderverpackungen – vom Snapcase, über’s DigiPack, Collectors Books bis hin zum Steelbook; für die BluRays sind diese tollen Verpackungen lange Zeit verwehrt geblieben. Mittlerweile aber sind die seit kurzem aufkommenden Mediabooks, also Hardcover Multi-Datenträgerveröffentlichungen mit eingearbeitetem Booklet in DVD-Höhe eine absolute Augenweide: mit dem Film auf BluRay und DVD, und/oder aber BluRays mit unterschiedlichen Schnittfassungen desselben Films, und/oder zusätzliche Audiobooks, Soundtracks oder zusätzliche (unbekannte) (Kurz-)Filme des selben oder verwandter Regisseure sind Mediabooks dabei sogar reinste Sammlungsschmuckstücke, die alle bisher dagewesenen DVD-Verpackungen in den Schatten stellen – besser kann man Filme nicht veröffentlichen.

Aber darum soll es eigentlich garnicht gehen, in diesem Beitrag. Ich sah mich nur gezwungen, mal eine Top 10 Filmeliste aufzustellen. Und da ich die nun da habe, dachte ich mir, ich veröffentliche sie auch gleich mal hier. Also fangen wir an 😉

Honorable Mentions

Eine unsortierte Liste an Filmen, die auch wirklich toll waren, aber es nicht mehr auf die Liste geschafft haben:

  • Godzilla: knapp nicht geschafft! Grandiose Bilder. Insgesamt netter Streifen, wenn auch Vorhersehbar und typisches US-Kino. Nichts desto trotz kann ich jeden Empfehlen, ihn sich anzuschauen. Gerade auf großer Leinwand ein tolles Erlebnis.
  • 47 Ronin: knapp nicht geschafft! US-amerikanischer Samuraifilm mit Keanu Reeves in der Hauptrolle. Großartige Bilder einer japanischen Mystik-Welt, wie wir sie noch nicht gesehen haben. In der Story aber nicht ganz so großartig, als dass es der Film auf die Liste geschafft hätte. Trotzdem gilt: Angucken!
  • Deliver Us from Evil: knapp nicht geschafft! Angefangen als Kriminalfilm entwickelt sich der Film immer mehr zum Mystery-Thriller mit Horrorelementen. Von allen “Knapp nicht geschafft”-Streifen hat dieser es wahrscheinlich am knappesten nicht geschafft, denke ich. Spannender und packender Cross-Genre-Streifen.
  • Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand: knapp nicht geschafft!  Wer mich kennt wird sich wahrscheinlich vorstellen können, dass ich den Titel gelesen habe und so amüsiert war, dass der geguckt werden musste, ganz ohne zu Wissen, worum es in den Film geht. Ruhiges, schwedisches Kino mit verrücktem Humor.
  • Labor Day: Als die alleinerziehende und depressive Mutter, die außerhalb des Hauses oft Panikattacken erliegt, mit ihrem Sohn von einem entflohenen Sträfling als Geisel in der eigenen Wohnung genommen werden, ändert sich das Leben aller drei drastisch. Ein schöner Film, der durch die schauspielerischen Leistungen trotz an für sich eher mäßiger Grundstory überzeugt. Hätte ich aufgrund der Beschreibung niemals von selbst geguckt, und daher eine Überraschung in der Sneak.
  • Non-Stop: Spanneder Flugzeug-Actionthriller um einen US-Flightmarshal (Liam Neeson) der sich in einer überraschenden, ungewohnten und völlig überfordernder Situation wiederfindet. Solider Actionfilm.
  • Saving Mr. Banks: Die Entstehungsgeschichte des Films “Marry Poppins”, beruhend auf wahren begebenheiten. Hochinteressant, besonders da ich den Film “Mary Poppins” oft als kleiner Junge gesehen habe, und auch heute noch immer mal wieder einen Ohrwurm der alten Songs habe. Anscheinend sind beide Hauptpersonen (Walt Disney und P. L. Travers) sehr gut getroffen – was das ganze besonders spannend macht (da sie beide so garnicht sind, wie man sie sich vorgestellt hätte) – ein besonderes Schmankerl ist der Abspann mit den Original Tonbändern der Verhandlungen wo man sich ein Bild davon machen kann, wie genau die Schauspieler die Realpersonen doch portraitiert haben.
  • Pride: Schaut ihn euch an! Ein britischer Film, der die historischen Geschehnisse einer Londoner homosexuellen Aktivistengruppe wiedergibt, die sich entschließen, die streikenden Minenarbeiter finanziell zu unterstützen, und dabei auf typische Probleme stoßen aber dabei auch unerwartete Freundschaften knüpfen. Toller, humorvoller Film der überdies sehr lehrreich ist, denn ich wusste von dieser wahren Begebenheit bis dato noch garnichts.

Kommen wir nun also zu meiner Top-10 Liste:

10. I Origins

Ein Science-Fiction Drama aus den USA, dass nach einer anfänglichen eher Liebes- und Forschungsgeschichte sich plötzlich drastisch wendet, und sich nach einer gehörigen Drama-Portion dann ein wenig in die Science-Fiction begibt. Ein insgesamt schön erzählter und im Großen und Ganzen schlüssiger Film, sehr atmosphärisch mit tollen schauspielerischen Leistungen. Allerdings – und das ist mein großer Kritikpunkt – wird mir das Ende dann doch ein wenig arg verreinfacht und spirituell-religiös, wenn auch das Ende doch durchaus auch gelungen ist, da bestimmte Sachen dem Zuschauer überlassen bleiben und er sich seinen eigenen Teil zur Geschichte denken kann. Ohne die genannten Kritikpunkte länge der Film sicherlich ein wenig höher – so schafft er es gerade noch auf die Liste. Trotzdem ein toller Film, abseits den typischen US-Kinos das ungewohnte Wege geht.

9. Maleficent

“Die dunkle Fee” wird dieser Film im Deutschen untertitelt, den Disney auf die Leihnwand bringt – eine Realverfilmung des alten Zeichentrickfilms Dornröschen (1959), welcher aber diesmal aus Sicht der bösen Fee erzählt wird. In meinen Augen ein völlig untypischer Film für Disney, der mich gerade deshalb ungewöhnlich positiv überrascht hat. Nicht nur, dass sich der Film von den sonst für Disney so typischem Schwarz-Weiß-Denken löst. Auch die Geschichte verläuft untypisch. So ist “Der wahrer Liebe Kuss” eben nicht der des dahergelaufenen Prinzen, der das Mädchen garnicht kennt und daher auch nicht lieben kann – sondern die wahre Liebe die von einer tiefen langjährigen Freundschaft kommt, von einem Mutter-Tochter-Verhältnis und damit einem beinahe familiärem Band, welche im wahren Leben im Zweifelsfall ja oft die wichtigeren sind. Mit Angelina Jolie in der Hauptrolle ist die Schauspielerische Leistung gesichert, die ungewohnte und doch großartige Umdichtung des Märchens sorgt für einige Überraschungen, den Rest liefern die Trickexperten, die das ganze in eine wunderbar fantastische Märchenwelt fassen, wie wir sie so noch nicht gesehen haben. Ich empfehle nicht viele der neueren Disneyfilme, da ich für diese wenig übrig habe; diesen würde ich sogar Nicht-Disneyfans nahelegen!

8. Wolf of Wall Street

Bei diesem Film handelt es sich um die Verfilmung der Memoiren von Jordan Belfort, der als junger Börsenmarkler durch sein Händchen beim Verhandeln in schwindelerregender Geschwindigkeit zum Multimillionär wird, ehe ein harter Sturz folgte. Seinen Erfolg verdankt er einer anfänglichen Niederlage als er, kaum dass er fertig ausgebildet ist, seinen Job als Börsenmarkler verliert. Seine Idee: Am “Pennystocks”-Markt, der unreguliert ist und daher Provisionen bis zu 50% bereit hält, Aktien an die Mittelschicht zu verkaufen, die eigentlich nicht die Zielgruppe dieser risikoreichen Anlage ist.

Ich weiß garnicht, was diesen Film so toll macht, denn auch wenn die Grundstory als solche recht fix erzählt und recht langweilig wirkt, fesselt einen der Überlängenfilm doch in allen Momenten. Dazu tragen sowohl das rasante Erzähltempo mit schnellen Szenenwechseln bei, als auch die energiegeladenen Verkaufssituationen und die exzessiven Parties. Ein nicht zu verachtender anderer Teil gebührt natürlich Leonardo DiCaprio, der sich in den letzten Jahren doch zu einem herausragenden Schauspieler herausgearbeitet hat und mir nach anfänglicher Abneigung nun immer besser gefällt. Dieser verkörpert den skrupelosen Verkäufer – der nur an den eigenen Gewinn interessiert ist, aber mit seiner Verkaufsart dabei trotzdem so gut ankommt – so überzeugend, dass man auch als Zuschauer dieses Films von ihm in den Bann gezogen wird und garnicht glauben möchte, dass das, was er da gerade tut, schlecht ist. Ein für meinen Geschmack eher untypischer Film, aber er hat wirklich das gewisse Etwas, dass ihn sogar in meine Top 10 verholfen hat.

7. Locke

Unter dem wunderbar eingedeutschten Titel “No Turning Back” ist diese One-Man-Show aus einer US- und UK-Coproduktion bei uns in den Kinos erschienen. Der gleichnamige Protagonist Ivan Locke steigt nach einem langen Arbeitstag in sein Auto und entschließt, diesmal nicht seinen sonst so routinierten Tagesablauf zu folgen, sondern für etwas Verantwortung zu übernehmen, dass er getan hat. Dies führt zu einer langen nächtlichen Fahrt von Birmingham nach London, die wir im Auto von Ivan miterleben. Die Dialoge kommen allesamt über die Freisprechanlage, denn seine Entscheidung löst mehrere Kriesen aus, die Ivan nun aus der Ferne mit viel Fingerspitzengefühl managen muss.

Einen Film zu machen, der nur einen Darsteller (Tom Hardy) zeigt, als Kulisse lediglich eine nächtliche Autobahn hat und 85 Minuten läuft ist schon verdamt mutig. Das ganze dann, trotz des an für sich recht langsam startenden Erzähltempo so verdammt spannend hinzubekommen, dass man regelrecht mitfiebert, sich komplett in die Lage von Ivan Locke hineinversetzen kann, und selbst schon genervt ist über die Anrufer und was die denn nun schon wieder wollen – das ist Filmkunst in Hochform. Und so geht dieses mutige Konzept, dass sich so einfach hätte zum langweiligen Flop entwickeln können voll und ganz auf – ohne Special Effects, ohne viel drumherum. Einfach nur Telefongespräche während einer Autobahnfahrt über welche sich nach und nach die Geschichte des Protagonisten entfaltet und damit auch zum vorschein kommt, was dieser Ivan Locke eigentlich für ein Typ ist. Das verdient auf jeden Fall einen Platz in der Top 10 Liste!

6. Interstellar

Für viele ist Interstella der Film 2014, und ich kann es auch nachvollziehen. Schon der Teaser um die Geschichte unserer Zukunft, in der wir die Umwelt so stark geschädigt haben, das der Planet uns nicht mehr ernähren kann, hat mich in seinen Bann gezogen. Der alleinerziehende Vater zweier Kinder – ein ausgebildeter Astronaut – ist in dieser Zukunft, wie beinahe jeder Mensch, zum Bauerndasein verdammt. Mithilfe robotisierter Helfer versucht er Nahrung zu erzeugen, doch das Klima hat sich zu einem windig-rauem Dauerwetter entwickelt dass nurnoch von riesigen, plötzlich auftretenden Staub- und Sandstürmen abgewechselt wird, welche tirischem, menschlichem und pflanzlichem Leben schaden. In dieser Realität entdeckt der ehemalige Astronaut eine Untergrundorganisation aus Wissenschaftlern, die Versucht die Erde zu verlassen. Ein schwarzes Loch zu einer anderen Galaxie soll dabei helfen – vorausgesetzt dort lassen sich bewohnbare Planeten finden. Und so verlässt auch der ehemalige Astronaut seine Kinder und begibt sich auf die Reise – in der Hoffnung für die Kinder eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Ab hier hat der Film für mich nicht von der Hand zu weisende Parallelen zum Film 2001: Odyssee im Weltraum, insbesondere auch was die Endszenen anbelangt. Ansonsten ist der Film grandios, die Story bis zu einem bestimmten Punkt unglaublich schlüssig. Mir gefällt besonders gut, dass der Film ohne großartige Actionszenen auskommt – es ist auch keine plötzlich auftretende biblische Katastrophe, welche die Menschheit urplötzlich und unerwartet Heimsucht – nein. Der Film nimmt sich Zeit, die Dinge, die passieren, sind nie “plötzlich” sondern entwickeln sich. Die Bilder und Szenen sind beeindruckend, die Schauspielerische Leistung durchweg grandios, der Soundtrack passend und perfekt. Der Film bleibt auf seiner Länge immer spannend, wennauch er sich viel Zeit nimmt und auch viele sehr stille Szenen hat – z.B. im Weltraum, in welchem die Stille einfach nur erdrückend wirkt. Das klingt doch alles Positiv, warum also nur Platz 6?

Nun, zunächst habe ich ja schon die Parallelen zu Stanley Kubricks Werk erwähnt, die mir so offensichtlich während des Schauens im Kino waren, dass es schon dort fast ein wenig störend wirkte (zumal ich immer erwartete, dass der Roboter sich verhällt wie HAL in Kubricks Film). Dann war da noch eine Dialogstelle, die absolut nicht zu dem Charakter gepasst hatte und auch in den bisherigen Filmverlauf meiner Meinung nach einfach nicht gepasst hat (für die Filmkenner: Der Dialog über Liebe, als es um die Entscheidung ging, welche Planeten bereist werden sollten). Und zuguter Letzt wird dann etwas gemacht, was in meinen Augen eigentlich nie gutgehen kann – Raumzeitreisen in der “vierten Dimension”. Diese Szene, die der Story einen zeitlichen Ringschluss verpasst, macht ihn in meinen Augen kaputt, denn plötzlich fragt man sich “Kann das denn sein”? Und nein, es kann nicht. Hier werden dann grobe Logikschnitzer für ein Effektvolles Ende inklusive oberflächlicher Erklärung aller noch offener Fragen in Kauf genommen. Schade. Für mich reicht soetwas dann nicht mehr für eine Top 3 Platzierung. Trotz allen bleibt es ein insgesamt sehenswerter Film, den man gesehen haben sollte – sicherlich einer der monumentalsten Filme der 2010er Jahre.


Hier muss ich nun einen kleinen Schnitt machen, denn nun folgt der für mich schwierigste Teil. Die nun folgenden Filme waren für mich nämlich so schwer in eine Reihe zu bringen, dass ich auch 5 mal den Platz 1 hätte vergeben können. Die Filme sind zum Teil schwer zu vergleichen und auf ihre Weise auch alle irgendwo herausragend. Trotzdem habe ich mich auf die folgende Platzierung festgelegt. Es sind aber alles wirklich große Filme in meinen Augen – Filme die gesehen werden sollten – Filme, die ich in meiner BluRay-Sammlung nicht entbehren möchte.


5. Snowpiercer

Eine heimliche Nummer 1 und ein Film der mich unglaublich positiv überrascht hat ist “Snowpiercer” (im Original “Le Transperceneige”). Dabei handelt es sich um eine Südkoreanisch-US-amerikanische Umsetzung eines französischen Comics. Die Erde befindet sich in einer globalen Eiszeit in der jedwedes Leben nicht mehr möglich ist. Einzig im “Snowpiercer”, einem Zug der im Jahresturnus um die Erde im Kreis fährt und von einem Perpettum mobile angetrieben wird, ist noch Leben möglich – hier leben die Menschen, die vor der auftretenden Eiszeit das Glück hatten, in eben diesem Zug zu sitzen. In diesem Zug herscht eine strickte Klassenordnung: ganz hinten sitzt die dritte Klasse, die von den anderen Klassen versklavt wird und hart arbeiten muss, nur Proteinriegel zum Essen bekommt und denen regelmäßig die Kinder verschleppt werden. Die zweite Klasse besteht aus dem leitenden Personal und den Soldaten, ehe in der ersten Klasse die Superreichen kommen, die den ganzen Tag nur exzessive Parties feiern. Einer der Menschen aus der dritten Klasse hat schon seit langem genug von diesem System und plant eine Revolte. Er will es bis ganz an die Spitze des Zuges schaffen um den Motor zu erreichen. Denn nach seiner Auffassung kontrolliert derjenige den Zug, der den Motor kontrolliert und gewinnt damit auch die Macht über die gesellschaftliche Ordnung.

Die Story kann man in der Tat mit ein wenig Skepzis betrachten, wobei es sich wie gesagt hierbei um eine Comic-Adaption handelt – der Rahmen als solcher ist also schon vorgelegt worden. Was aber der koreanische Regisseur und Drehbuchauthor mit dem Material macht, ist großartig. Die Kameraführung ist manchmal eigenartig, fast ein bischen an Tarantino erinnernd, es gibt immer wieder eine starke Betonung auf Details – etwas das soweit geht, dass Kampfszenen zum Teil im Dunkel geführt werden nur um die Geräusche in den Vordergrund zu holen. Ständig wird mit dem Tempo gewechselt, wird mit Licht und Schatten gespielt, werden absolut abstruse Szenen zwischengeschaltet – alles in einer fastzinierenden Sci-Fi Kullisse.

Ein wirklich grandioser Film, den ich immer wieder schon auf die 1 gesetzt habe, weil er mich so sehr überrascht hat, und so wunderbar gefilmt ist. Er ist jetzt doch wieder auf der 5 gelandet, einfach weil die anderen Filme meiner Meinung nach ein winziges Quäntchen mehr etwas haben. Großartiges und erfrischend anderes Actionkino, das Schauspielerei und Geschichtserzählung mit kunstvoller Kameraarbeit paart.

4. Enemy

Ein Professor findet eines Abends in einem Film einen Mann, der ihm selbst zum verwechseln Ähnlich sieht. Irritiert notiert er sich den Namen und versucht den Menschen ausfindig zu machen und steht, als es gelingt einer 1-zu-1-Kopie seiner selbst gegenüber. Dies ist aber nur äußerlich der Fall – Charakterlich sind die zwei eher das genaue Gegenteil voneinander.

Der Plot ist für einen 90 minütigen Film recht kurz. Trotzdem ist der Film ein Meisterwerk der zusammen mit Filmen wie Mulholland Drive in eine Kategorie gehört: Man guckt ihn sich erstmalig an und fragt sich am Ende, was genau man da eigentlich gesehen hat – denn der Inhalt wird sich beim aller ersten gucken wahrscheinlich absolut nicht erschließen. Man wird dann vielleicht auch erst einmal mit anderen diskutieren wollen, Interpretationsansätze austauschen wollen und den Film dann noch ein-zwei male gucken wollen, und dabei vielleicht auch zusätzliche Literatur in Erwägung ziehen wollen.

Deshalb wird dieser Film sehr spalten – die einen werden nämlich garnicht so weit gehen wollen und völlig enttäuscht und verwirrt aus den Film gehen und ihn “Sinnlose Zeitverschwendung” nennen. Wer aber ein bisschen Spaß an solcher Art Film findet, wer auch Mulholland Drive öfters geguckt hat – auch wenn er nicht einmal sagen kann, ob ihn der Film eigentlich gefällt – der kommt hier voll auf seine Kost.

Natürlich ist der Film nicht ganz so kryptisch und schwer zu Interpretieren, wie Mulholland Drive – viele Sachen werden einem doch als Motiv für etwas schnell sinnvoll erscheinen. Das macht der Film dann aber mit seiner Art wieder wett. So kommt er – ähnlich wie Locke – mit einer winzigen Anzahl an Charakteren daher, wobei primär Jake Gyllenhaal alleine zu sehen ist. Damit das aufgeht, muss die schauspielerische Leistung natürlich ein sehr hohes Niveau erreichen, welche Jake Gyllenhaal sowie Mélanie Laurent und Sarah Gadon völlig zweifellos erbringen. Bei einem solch kurzem Plot dann aber auch ein sehr ruhiges Tempo zu fahren und den Zuschauer trotzdem zu fesseln ist – wie auch schon erwähnt, ein schwieriges Unterfangen und einer der Bereiche in denen dieser Film Punktet. Erreicht wird dies über diese unglaublich atmospährischen Aufnahmen, die einem ständig das Gefühl von Beklemmung vermitteln. Der Film wirkt unglaublich bedrohlich, durch teilweise abstruse Einblendungen. Oder durch wackelige Kamerafahrten über die Stadt. Aber auch durch Nahaufnahmen die immerzu riesige Betonbauten zeigen, zwischen denen die Hauptdarsteller völlig verloren wirken – bedrückende Einsamkeit. Hinzu kommt, dass der Film in einem sepiaartigem Ton gehalten ist, alles ein wenig farbentfremdet wirkt, was dem ganzen etwas surreales einhaucht – etwas das übrigens wieder gut zur Story passt. Denn plötzlich eine identisch aussehende Person zu finden hat ja auch schon was unglaublich surreales.

Ihr merkt – ich finde den Film grandios, es ist mal wieder ein sehr mutiger Versuch, hier wird einiges gewagt um ein Kunstwerk auf die Leihnwand zu bringen und nicht einen Verkaufsschlager.

Übrigens hat der independant Filmverleih capelight pictures eine ganz großartige und dem Film absolut würdig werdende Veröffentlichung in form eines limiterten Mediabooks auf den Markt gebracht. Der Film wird dabei sowohl als DVD als auch als BluRay geliefert, mit typischen Extramaterial in Form von Making-Ofs, Interviews, Featurettes, Teasern und Trailern. Aber es gibt auch ein 24-seitenstarkes Booklet, in dem auf alle möglichen Aspekte der Filmentstehung eingegangen wird, sowohl aus Sicht des Regisseurs als auch der Schauspieler und in denen auch einige der wiederkehrenden Symbole gedeutet werden. Abgerundet wird das sehr textlastige (aber dennoch hübsch designte) Booklet mit einigen wenigen Bildern der Schauspieler und mehreren alternativen Cover-/Posterarts des Films. Und die Veröffentlichung selbst kriegt mit einer dritten Scheibe noch ein verdammt großes Extra obendrauf: einen zusätzlichen Film auf BD vom selben Regisseur: Polytechnique. Und das ganze für i.d.R. um die ~15€ in den Läden. Verkehrt macht man hier absolut garnichts! Aber da ein Bild mehr sagt, als tausend Worte – und ein Video mehr als tausend Bilder, gibt es hier auch noch mal ein kleines Review zum Mediabook:

3. A Long Way Down

An Silvesterabend beschließt ein Fernsehstar der von heute auf morgen alles verliert da er Sex mit einer Minderjährigen hatte, Selbstmord zu begehen, indem er in London vom höchsten Hochhaus zu springen versucht. Noch während er mit sich selbst ringt, wird er von einer alten Frau unterbrochen, die wissen möchte, ob sie die Leiter, mit der er den Stacheldraht überbrückt, nach ihm benutzen dürfe. Die Frau ist alleinerziehende Mutter eines behinderten Kindes, für welches sie Zeit ihres Lebens Tag und Nacht da sein muss. Damit ist sie nach ettlichen Jahren so überfordert sodass sie sich zerfressen von Selbstvorwürfen ebenfalls das Leben nehmen möchte. Als wäre diese Situation nicht schon eigenartig und komisch genug, kommt ein Teenager dazu, die – seit sie ihre Schwester und damit wichtigste Bezugsperson ihres Lebens verloren hat – mit dem Verlassenwerden nicht mehr klar kommt. Und dann ist da noch der Pizzaliferant – ein Depressiver, der keinen wirklichen Grund hat und sich daher einfach einen ausdenkt.

Diese vier können nun nicht mehr springen, teilen sich daher das Taxi nach Hause – alle mit dem Wissen, dass sie sich nie mehr wieder sehen werden, da jeder sich irgendwann umbringen wird; und entwickeln während der Fahrt so viel Zuneigung zueinander, das keiner wirklich möchte, dass die anderen sich etwas zufügen.

Damit beginnt eine wirklich feinfühlige, liebevoll erzählte Geschichte, in der sich vier Menschen, die keinen Sinn im Leben sehen, gegenseitig einen Sinn zum Leben geben. Erzählt wird jeweils aus den unterschiedlichen Perspektiven und dadurch erst baut sich nach und nach der Hintergrund der einzelnen Personen auf, die unterschiedlicher nicht sein können. Dabei schafft es der Film auf grandiose Art und Weise sehr dramatische Geschichten und Situationen immer wieder mit herzlichem Humor abwechseln zu lassen, ist dabei Stellenweise zynisch und schwarz-humorig, hat hier und da ein bisschen Slapstick-Komik und auch eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik. Im Vordergrund stehen aber eindeutig die vier Persönlichkeiten als Individuen und in der Gruppe. Meiner Meinung nach können nur die Briten ein so ernstes Thema wie den Selbstmord mit so viel Fingerspitzengefühl in eine Komödie verwandeln; wenn der Film nicht gerade dramatisch berührend ist, dann zeigt er die gesamte Breite britischen Humors in Reinform.

Herausheben möchte ich noch die Leistung von Imogen Poots, die ich vorher noch nicht kannte, und deren Porträtierung des Teenager-Mädchen man einfach nur lieben muss; ein absolut großartig gespielter Charakter deren Rolle man sofort abkauft. Aber auch die anderen drei spielen ganz großartig und passen wunderbar in ihre Rollen. Auch wenn der Film sicherlich keinen filmischen Meilenstein gesetzt hat ist er für mich persönlich ein kleines Meisterwerk.

2. Calvary

…oder auf Deutsch: “Am Sonntag bist Du tot” – ist ein brtisches Fildrama, bei dem ein Priester in der Beichte von einer Sünde hört, die erst noch begangen werden soll: Ein Mord, das Opfer ist der Priester selbst, der Grund, dass der werdende Mörder von der Kirche fünf Jahre lang missbraucht wurde und diese ungesühnt davon kommt.

Der Film zeigt dann eine typische Woche des Priesters. Er berichtet zwar seinem kirchliche Vorgesetzten von dem Vorfall, verrät aber nicht, ob er weiß wer der Beichtende war – und so wirkt es ein wenig so, als ob der Priester den Beichtenden sucht. Auf der anderen Seite lernen wir das Dorf kennen, irgendwo im irishen Nirgendwo, die einzelnen Bewohner der Gemeinde, ihre Sorgen und Sünden – und die wichtige Rolle die der Priester einnimmt und die aus weit mehr als Beten für die Gemeinschaft besteht. Der Priester ist der Kitt der Gemeinde, der sich aufopfert, auch wenn alle gegen ihn Arbeiten. Seiner Pflicht – allen Bewohnern zu helfen – auch außerhalb der Kirche – kommt er mit viel Gewissenhaftigkeit nach, und man fragt sich immer wieder: Sucht er nach dem werdenden Mörder und versucht er es diesem auszureden – oder weiß er sowieso schon längst, wer es ist? Versucht er überhaupt, seinem Tod zu entgehen, oder schließt er gerade mit seinem Leben ab? Hier trifft großartige schauspielerische Leistung auf eine intelligent verstrickte Geschichte die mit viel Liebe zum Detail und einer Priese Zynismus und schwarzen Humor gewürtzt ist und in atemberaubenden Landschaftsbildern eingefangen wird. Ganz großartiges Kino, und spannend bis zum letzten moment. Sollte man gesehen haben.

1. Gone Girl

Gerade diesen Film fand ich sehr schwer zu platzieren, denn eigentlich ist er gewöhnliches Holywood-Kino. Eigentlich ist er noch nicht einmal besonders innovativ in seiner Geschichte. Eigentlich ist er sogar ein wenig vorhersehbar. Eigentlich hatte ich ihn sogar schonmal ganz draußen und eigentlich war er bis vor kurzem noch maximal Platz 4.

Warum er trotzdem, und ganz uneigentlich und sogar absolut definitiv verdient auf Platz 1 landet, ist der genialen schauspielerischen Leistung der Hauptpersonen zu verdanken. Ben Affleck fand ich bisher immer nur mittelmäßig in seinen Rollen und auch Rosamund Pike ist mir noch nie als herausragend aufgefallen. Hier aber zeigen die Schauspieler, das sie mitnichten nur Mittelklasse sind, sondern ordentlich was auf dem Kasten haben und verdiente Hollywood-Größen sind.

Worum es geht: Nick und Amy führen eine Musterbeziehung, zumindest nach außen hin, bis Amy dann plötzlich verschwindet. Während der Ermittlungen wird auch das Beziehungsleben der zwei von den Polizisten durchleuchtet und nach und nach wird der Verdacht, dass etwas ganz schlimmes passiert ist, für das Nick verantwortlich ist immer stärker.

Damit schickt uns Regisseur David Fincher auf eine Hetzjagd, in der sicherlich auch eine leichte gesellschaftliche Kritk versteckt ist und in der einige Twists und Überraschungen mich haben leicht verstört aus dem Kino gehen lassen. Spannend vom Anfang bis zum Ende, unglaublich atmosphärisch und wunderbar in Szene gesetzt, musikalisch grandios untermalt. Der Film ist in sich eine schlüssige, runde Sache, an der man trotz der “eigentlichs” garnichts aussetzen kann, sosehr man auch nach schwächen sucht. Und daher – nach langem Hin und Her doch sehr verdient auf Platz 1 der Filme, die ich 2014 erlebt habe.


Da ist sie nun also, meine Top 10. Ich hoffe sie gefällt euch und regt vielleicht den ein oder anderen dazu an den ein oder anderen Film doch noch mal zu schauen 😉

Bestimmte Dinge werdet ihr sicherlich vermisst haben. Folgende Filme hätten ebenfalls gut auf dieser Liste ihren Platz finden können – nur leider hat mir die Zeit es nicht erlaubt, es rechtzeitig für diese Filme ins Kino zu schaffen, weswegen ich sie noch nicht gesehen habe. Dazu gehören:

  • X-Men
  • Lucy
  • Sin City 2
  • Guardian of the Galaxy
  • 12 Years a Slave
  • Dallas Buyers Club
  • Grand Budapest Hotel
  • Edge of Tomorrow

Vielleicht hätten diese Filme die Liste noch verändern können – bei vielen anderen Auflistungen schaffen diese Filme es auf eine Top 10. Ob das bei mir auch der Fall gewesen wäre, lässt sich nun nicht mehr sagen, denn hiermit versiegele ich diese so wie sie oben steht für 2014 😀

Was waren eure Lieblingsfilme? Über Kommentare freue ich mich natürlich wie immer 🙂
Und damit 2015 genau so filmreich weiter geht, gab es für mich dieses Jahr sogar eine Kino-Jahreskarte denn die hätte sich schon letztes Jahr rentiert 😀

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