Jack Ryan: Shadow Recruite


Letzte Woche habe ich versprochen, jeden Sneak-Film zu rezensieren, und daran möchte ich mich halten, auch wenn es sich hierbei um keinen sonderlich herausragenden Film handelt. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass dieser Film den regelmäßigen Kinogängern schon alleine deshalb auf den Keks gehen musste, weil dieser Trailer wirklich ausnahmslos vor jeder Filmvorführung im gesamten letzten halben Jahr gezeigt wurde. Irgendwann konnte man den Trailer mitsprechen, und wenn ein Trailer zum Erbrechen gezeigt wird, dann verfehlt man sein Ziel auch wenn der Trailer an für sich nicht unbedingt schlecht war. Wie der Titel schon verrät, lief diese Woche ein Film, welcher auf einer Romanfigur des Autors Tom Clancy basiert.

Wem nun Tom Clancy ein Begriff ist, der weiß, was nun folgen wird. Eine konservative, pro-amerikanische Heldengeschichte, voller politischer Intrigen, in denen die Bösen (in der Regel Russland oder aber Terroristen) Amerika unbemerkt bedrohen und ein patriotischer Held, ein Zivilist – quasi ein Jedermann – es mit Hilfe des Geheimdienstes und des Militärs in letzter Sekunde schafft, die Freiheit und etliche unschuldige Menschenleben in Amerika zu beschützen.

Die Figur Jack Ryan wurde dabei schon früher für Filme wie Jagd auf Roter Oktober, Die Stunde des Patrioten, Das Kartell oder Der Anschlag von unterschiedlichen Schauspielern dargestellt; alles Filme die sehr Erfolgreich waren, und direkt einen der vielen Romane von Tom Clancy umsetzen. Jack Ryan: Shadow Recruite wiederum hat keine Romanvorlage. Kann es dennoch an den Erfolg der alten Filme anknüpfen?

Die Hintergrund-Geschichte für Chris Pines Jack Ryan – den viele sicherlich vor allem als Captain Kirk aus J.J. Abrams Star Trek Verfilmungen in Erinnerung haben werden – ist ähnlich die der anderen Jack Ryans:

Als Student in einer britischen Universität bekommt Jack durch die Nachrichten mit, wie das World Trade Center unter den Terror-Anschlägen des 11. Septembers 2001 zusammen bricht und beschließt sein Studium aufzugeben und sich für den Dienst in Afghanistan zu melden. Als Soldat macht er regelmäßig Meldung an die Führungsoffiziere, da er taktische Bewegungen realisiert die seiner Meinung nach den Krieg entscheiden können – wird aber ignoriert. Durch eine Rakete stürzt der Helikopter ab, und Ryan erleidet seine berühmte Rückenverletzung – rettet allerdings natürlich noch seine beiden Kollegen aus dem Wrack! In aller letzter Sekunde wird er operiert, behält die Fähigkeit zu laufen und wird vom CIA entdeckt. Da Ryan durch seine Verletzung nicht mehr als Soldat oder Agent taugt, soll er als Zivilist parallel für das CIA arbeiten – und zwar als Finanzanalyst!

Zehn Jahre später hat Ryan tatsächlich eine Entdeckung: Zu etlichen Dollar-Voräten im Ausland hat er plötzlich keinen Zugriff mehr; vor allem aus Russland aus. Dabei handelt es sich um so große Summen, dass diese durchaus in der Lage wären, die USA in eine zweite Depression zu stürzen. Ryan reist nach Russland um sich vor Ort zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist, trifft dort auf den Bösen wiedersacher, und entkommt schon gleich nach seiner Ankunft nur knapp einem Attentat. Nun ist das CIA hellhörig, man unterstützt Ryan und von hier auf geht alles schlag auf schlag.

Am Ende steht nicht weniger als die gesamte Freiheit Amerikas auf dem Spiel; ein Terroristischer Anschlag zusammen mit dem drastischen Verkauf der Währung auf allen größeren Finanzhandelsmärkten, damit möchte der russische Bösewicht sich für die Ungerechtigkeit rächen, die sein geliebtes Russland durch Amerika erfahren musste und erfährt.

Natürlich ist das Happy End vorprogrammiert, Jack Ryan rettet mal wieder die Welt im Quasi-Alleingang, wobei ihm seine Frau hilft, die – nachdem sie ihm Jahre lang der Untreue beschuldigt – nun endlich die Wahrheit erfährt: Ihr Mann ist ein Nationalheld. Das mag für viele zu viel Pathos, zu viel amerikanischer Nationalstolz, eine zu einseitige und konservative Sicht auf die Dinge sein.

Wenn man darüber aber hinweg sehen kann, dann bleibt ein unterhaltsamer und spannender Actionfilm zurück, der trotz bekanntem Muster doch mit einer so recht modernen neuen Bedrohung (nämlich die des Finanzsystems) aufwartet. Pines ist jedenfalls ein viel besserer Jack als ein James T., ob er nun die Rolle besser als Alec Baldwin, Harrison Ford oder Ben Affleck spielt, mag ich nicht beurteilen, da die anderen Filme zu lange zurück liegen. Kevin Costner wiederum hatte schon deutlich bessere Rollen verkörpert, und tritt mit dem letzten CIA-Agenten an Ryans Seite, nämlich niemand anderem als Morgan Freeman, ein Erbe an, aus dem niemand positiv heraustreten kann, außer Morgan Freeman selbst. Keira Knightley hat mit der Rolle der Verlobten von Ryan auch keine wirklich dankbare Rolle in dem Film – dafür aber brilliert der Brite Kenneth Branagh in seiner Rolle als schurkischer Russe. Wer sich wie ich nicht sicher ist, ob er diesen Schauspieler schon mal gesehen hat: Er ist absolut nicht mehr wieder zu erkennen, aber tatsächlich hat er eine zentrale Rolle im zweiten Harry Potter-Film – als Gilderoy Lockhart!

An einer Stelle wird der Film für mich ein wenig albern – dann nämlich als auf dem Rückflug Jack Ryan auf einmal sogar schlauer ist, als der CIA-Agent, der die ganze Operation leitet, und keiner außer seine Verlobte Cate realisiert, dass das Ziel die Wallstreet ist – und das obwohl Ryan dort arbeitet! Der CIA-Agent jedenfalls erkennt sie nicht einmal.

Auch die Schnulzszene am Ende musste nun  echt nicht sein. Und ich frage mich, was wohl mit dem Hund passiert ist, der kurzzeitig plötzlich da war, und dann nie wieder auftaucht?

Sieht man über diese Kleinigkeiten hinweg, bietet der Film alles, was ich mir von einem Tom-Clancy-Action-Film erhoffe: Packende Action-Szenen, eine nicht all zu platte Hintergrundgeschichte, gesunder Realismus. Nichts weltbewegendes, das man unbedingt gesehen haben muss, aber ein in sich geschlossenes Unterhaltungspaket, dass mal für einen Abend, an dem man sonst nichts zu tun hat, nett ist.  An “Der Anschlag” jedoch kann es meiner Meinung nach nicht mithalten; den hatte ich mir sogar auf DVD gekauft – bei Jack Ryan: Shadow Recruite sehe ich das nicht passieren…

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One thought on “Jack Ryan: Shadow Recruite

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