2Pac


Heute habe ich auf Facebook gelesen, dass das lange geplante Filmprojekt, nämlich ein “Biopic” zu Tupac nun doch endlich starten soll. Biopic kannte ich vorher auch nicht, dass ist heute scheinbar Hipp für eine filmische Biographie. Was mir aber dadurch wieder in mein Bewusstsein gerückt wurde: In diesem Monat wurde doch 2Pac ermordet? Das ist mir schon vor drei Monaten bekannt gewesen, und da ich lust hatte, mal wieder über Musik zu schreiben und auch über ein etwas anderes Genre als immer nur dieses düstere Gothic, hab ich vor drei Monaten einen Artikel verfasst, und ihn so bei WordPress eingestellt, dass er automatisch publiziert wird, und zwar eben am 13. September, dem Ermordungstag von Tupac, genau um 3 Minuten nach 4 Uhr morgens sollte er hier zu lesen sein. Wie man meinem Blog entnehmen kann: Wodpress hat es nicht so mit dem einhalten von Terminen, auch wenn es im Admin-Bereich für diesen Beitrag behauptet, er sei schon veröffentlicht; hier also nachgereicht der Beitrag, der sich noch immer in den Entwürfen befindet, obwohl er  eigentlich schon vor über einer Woche hätte drausen sein sollen:


We gotta make a change!
It’s time for us as a people to start makin’ some changes.
Let us change the way we eat, let us change the way we live
And let us change the way we treat each other.
You see the old way wasn’t working out
So it’s on us to do what we got to do
– to survive

Heute ist Jahrestag der Ermordnung von 2Pac – auch bekannt als Makaveli – der vor 17 Jahren erschossen wurde. Mit brügerlichem Namen Tupac Amaru Shakur in New York City 1971 geboren, wäre er heute 42 Jahre alt gewesen – nicht nur für uns Informatiker eine besondere Zahl, daher ist es mir auch ein Beitrag wert, in Gedenken an Tupac, der schon mit 25 sterben musste. In sehr ärmlichen Verhältnissen geboren, wuchs er zunächst, wegen seiner Hautfarbe und seiner sozialen Schicht als Außenseiter im gutbürgerlichem Umfeld in Baltimore auf. Nachdem der Vater die Familie verließ, wurde er dann von seiner Mutter nach Kalifornien gebracht, wo der ansonsten sehr gebildete (er interessierte sich für Literatur, Ballett und Theater) Junge durch das soziale Umfeld auf die schiefe Bahn geriet; hier fand er anschluss an andere Außenseiter – ebenfalls Schwarze – die im Ghetto aufwuchsen.

Erst die zufällig enstandenden Kontakte zum Musikgeschäft holten ihn aus der Drogenkriminalität, in der er sonst versumpft wäre, heraus – er entfaltete nun sein Talent als Rapper und gilt heute mit 75 Millionen verkauften Tonträgern als einer der erfolgreichsten Musiker der Rapszene. Trotz seines rüpelhaften Auftretens in der Presse war Tupac schon immer sozial engagiert, was sich auch in seinen Songs wiederspiegelt. Diese drehen sich um das Leben im Ghetto in Kalifornien – das übrigens nicht verherrlicht wird! Statt dessen übt er Kritik an der Politik, an Rassismus, an Frauendiskriminierung, an Unterdrückung, an Kriegen, der Gesellschaft und sogar am Kapitalismus. Aber seine Songs enthalten auch Rechtfertigungen für das Leben als “Thug”, also als Kriminellen, wenn man doch keine andere Wahl hat um in diesem System zu überleben; und angeheizt durch die Fehde in die er unglücklicherweise geriet, gab es auch viele Diss-Songs.

Diese Fehde ist als East-Coast-West-Coast-Battle bekannt, der die US-Amerikanische Rap-Musiklandschaft spaltete. Ursache hierfür war eigentlich ein Konkurrenzkampf zwischen zwei Plattenbossen, der vor allem auf den Rücken der Musiker ausgetragen wurde. Nachdem Tupac bei einem Treffen mit seinem Freund, dem Rapper The Notorious B.I.G. (Christopher Wallace), der bei Diddy, ehemals P. Diddy, damals Puff Daddy (und Bürgerlich Sean John Combs) unter dem Label Bad Boy Records unter Vertrag war, auch auf Combs traf um über einen gemeinsamen Song zu reden, wurde Tupac plötzlich von einer unbekannten Person unter beschuss genommen, und dabei 5 mal angeschossen. Tupac, der den Anschlag überlebte, vermutete, dass es ein Hinterhalt war, da er beim mit Combs verfeindeten Produzenten Marion ‘Suge’ Knight, Jr. unter dessen Label Death Row Records unter vertrag war.

Der Streit der sicherlich durch die Plattenbosse angefeuert wurde – unter anderem durch das massive Produzieren von Diss-Tracks – auf Seiten der West-Cost um Suge Knight mit 2Pac, Dr. Dre, Snoop Doggy Dog und den Outlawz, auf Seiten der East-Coast um Comb mit Craig Mack, Mase, The Notorius B.I.G. und Jay-Z – eskalierte und endete dann in der verhängnissvollen Nacht in der Suge Knight Tupac zu einem Boxkampf von Tupacs Freund Mike Tyson einlud, und diesem sogar dazu überredete, seine kugelsichere Weste, die er seit dem Attentat auf ihn immer trug, auszuziehen, da es so heiß war. Nach dem Kampf wurde dann auf Tupac in seinem Wagen geschossen, von den vielen Schüssen, die fiehlen trafen 16 den Rapper und kein einziger den Plattenboss, der neben ihm saß. Während seiner Operation musste die Lunge entfernt werden, weswegen Tupac in ein künstliches Koma gelegt wurde, aus dem er nicht mehr erwachte, und 7 Tage nach dem Anschlag um 4:03 starb.

Das Rätsel um Tupacs Tod wurde nie geklärt. Der angebliche Schütze, Oralndo Tive Anderson, wurde wenig später erschossen. Ebenso fand man einen engen Vertrauten von Tupac, Yafeu Akiyele Fula aka Yaki Kadafi – ebenfalls Rapper – erschossen in seiner Wohnung auf, nachdem dieser nach dem Anschlag angeblich Reportern wichtige Informationen zum Tod von Tupac zustecken wollte. Der lange als Drahtzieher geltende Erzfeind Notorious B.I.G. wurde ein halbes Jahr später ebenfalls erschossen. Völlig ungeklärt ist die Rolle vom mehrfach vorbestraften Plattenboss Suge Knight, der Tupac anscheinend nicht nur noch jede Menge Geld schuldete, und ihn überhaupt erst in die tödliche Situation brachte, sondern der auch kurz davor war, seinen besten Musiker zu verlieren, denn Tupacs Vertrag über 4 Alben war mit dem kurz vor seinem Tod erschienenen Album beendet, und Tupac plante die Gründung seines eigenen Labels, namens Makaveli-Records, auf dem neben Tupac auch Yaki Kadafi und The Outlawz wechseln wollten, die ebenfalls bei Suge Knight unter Vertrag waren.

Das erste Album, das unter dem neuen Pseudonym Makaveli auf dem gleichnamigen Label erscheinen sollte, hatte Tupac sogar schon fertig. Dieses wurde noch in seinem Todesjahr ebenfalls von Knight unter Knights Label als weiteres 2Pac-Album veröffentlicht. Das gesamte Vermögen, inklusive aller Rechte an den veröffentlichten und unveröffentlichten Liedern (von denen es noch eine Menge gab) vermachte Tupac in seinem Testament seiner Mutter – diese aber musste es sich vor Gericht erstreiten, dass sie die Rechte an den Lieder auch tatsächlich bekam. Noch bis 2002 veröffentlichte Knight Posthum neues Material von Tupac, für die er die Rechte eigentlich nicht haben sollte – dann entschied das Gericht zugunsten Tupacs Mutter. Mit dem Vermögen Tupacs gründete sie das Label Amaru Records und veröffentlichte 3 weitere Alben, von denen eines ein Soundtrack ist, welches aus einigen Remixen und alternativen Versionen besteht, u.A. auch Songs mit dem ebenfalls toten und ehemaligen Freund Notorious B.I.G.

Selbst heute ist nicht klar, warum Christopher Wallace, Yafeu Akiyele Fula, Orlando Anderson und Tupac Shakur sterben mussten. Angeblich hatte Suge Knight Wallace kurz vor seiner erschießung einen Vertrag angeboten, welcher dieser abgelehnt hatte. Knight hatte nach dem Tod von Wallace noch verzweifelt versucht, sein Label über Wasser zu halten, u.A. mit PR-Gags, wie einer plötzlich gefundenen Spiritualität, weswegen er seine Musiker dazu bringen wollte, auf Schimpfworte und anzügliche Texte zu verzichten. Allerdings ging es nach Verlust der Rechte am Material von 2Pac mit Dead Row Records bergab. Einige Haftstrafen später musste der gewalttätige Knight sein Label verkaufen. Zu den Morden jedoch wurde er nie befragt. Für viele bleibt es ein Rätsel, warum. Genau so wie es ein Rätsel bleibt, dass diese Mordserie bis heute keine Aufklärung erfahren hat.

2Pac was gunned down on a Las Vegas strip after a Mike Tyson fight. Now how many witnesses do you need to see some shit before you arrest somebody. More people saw 2Pac get shot than the last episode of Seinfeld. (…) You mean to telling me that they can find Saddam Hussein in a fucking hole, but you can’t tell me who shot 2Pac? They found Saddam Hussein in fucking Iraq, 2Pac got shot in Vegas! 2Pac in Vegas! Not on no side street – the mother fucker got shot up on the strip, in front of Circus Circus. Dead! So fucked up, the whole world’s fucked up.

(Chris Rock)

Ein Schelm, der da böses denkt…

Cops give a damn about a negro
Pull the trigger kill a nigger he’s a hero
Give the crack to the kids who the hell cares?
One less ugly mouth on the welfare!

(2Pac)

CircusCircusHotel
R.I.P.

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