“Viele längst vergess’nen Geister…


… heißen Dich willkommen in der Eisigen Wirklichkeit
Eine CD Rezension, mit winzigem Rückblick auf das Konzert 😉

Coverbild der Single 'Eisige Wirklichkeit' Gestern war der offizielle Release-Termin für die Single “Eisige Wirklichkeit” von ASP. Dennoch – die treuen Fans von ASP haben ihre Version schon ab 06.03. in den Händen halten dürfen – hier fand also mal wieder ein sehr früher Versand statt. Es lohnt sich eben, bei ASP direkt zu bestellen.

Ich denke, alle Fans, die schon von vorn herein wussten, dass sie die Single haben wollen, haben sie inzwischen – somit kann ich nicht mehr all zu viel spoilern. Für den Unschlüssigen könnte diese Rezension aber vielleicht noch eine Kaufentscheidung beeinflussen? Schreibt, mir, falls ja 😉

Bevor ich in die Rezension selbst einsteige noch ein paar Worte vorweg: In der Regel kaufe ich mir keine Singles, und es fällt mir auch sehr schwer, diese zu bewerten. Wie bei allen Rezensionen gilt generell, dass sie auch stark subjektiv ist. Ich bin kein professioneller Musik-Kritiker, der das Schaffen von ASP nach technischen Maßstäben bewerten kann. Ich glaube aber, gerade das ist interessant. Wenn ich Rezensionen lese, interessieren mich die subjektiven Eindrücke von Menschen, bei denen ich einschätzen kann, wie die musikalischen Vorlieben sind (und ob diese meinen gleichen), viel mehr, als ein redaktionell perfekte und musiktechnisch einwandfreie Sezierung eines Stückes. Wie aber eine Single bewerten? Ich denke hier müsste ich mal generell ein paar “Leitlinien und Maßstäbe” verfassen, wie ich es auch schon für die Comic-Rezensionen getan habe (immerhin nimmt das hier musikalisch so langsam wirklich überhand!). Generell habe ich mich entschlossen, bei Single-Auskopplungen um einiges strenger zu rezensieren, als es bei der letzten Single der Fall war; nun sind die Songs ja bekannt also sollte auch ein größerer Anreiz geschaffen werden, eine solche CD zu kaufen. Es ist natürlich auch legitim, die Album-Version mit beizulegen. Interessant für die Besitzer des Albums sind aber, denke ich, die davon abweichenden Versionen. Schafft es der Musiker, die Songs noch einmal in einem anderen interessanten Gewand auf eine Art und Weise darzustellen, dass sie eine völlig neue Facette des Songs zeigen? Um mich selbst zu Zitieren:

Eigentlich kaufe ich mir ja kaum Singles, weil 3 mal das selbe Lied mit anderem Rhythmus im Hintergrund ist mir normalerweise zu irgendwie zu doof (…)

Und dennoch – das man Songs auf eine Weise bearbeiten kann, dass sie etwas völlig Neues bieten – das haben schon einige Musiker hinbekommen; auch ASP, denke man nur an die wundervolle neue Version von “Werben” auf der Horror Vacui (welche meiner Meinung nach alleine den Kauf des Werkes wert ist! Das unglaublich schöne neue Geigenspiel! ♥). Wobei wir auch gar nicht so weit zurück gehen brauchen: Die “Angstkathedrale” auf dem Album fremd zeigt in der “Meditation Church”-Version, wie man aus einem Song eine völlig neue Facette entlocken kann (siehe auch meine Rezension).

Ja, genau so etwas erwarte ich – wenn das glückt, und dabei auch noch Werke entstehen, die mir gefallen, dann haben die Songs ihre 5 Sterne sicher. Ansonsten werde ich im 0-2-Sterne-Bereich bleiben – was für ein-zwei Songs ja auch völlig ok und legitim ist.

Also lasst uns doch mal schauen, wie sich das neue Werk von ASP so macht?

Entstehungsgeschichte

Ich möchte ja eigentlich garnicht so viel drum herum erzählen – die letzte Rezension war schon lang genug und wird daher sicherlich nur von wenigen wirklich ernsthaft gelesen worden sein. Hier aber lohnt es sich ein weiteres mal, auch etwas über die Umstände der Entstehung der Single zu erzählen – wen das nicht interessiert, den bitte ich hier einfach weiter zu Scrollen ;).

Da war nämlich das Album “fremd” noch nicht einmal offiziell erschienen, da luden die verrückten Jungs bei ASP Mitte Oktober schon zum nächsten Streich ein. Eine Single solle erscheinen, im März des nächsten Jahres zwar erst, aber diese 5 Monate waren knapp bemessen, denn welchen Song die Single tragen wird, war noch ungewiss. Asp selbst wusste nur: “Eisige Wirklichkeit”, “Rücken an Rücken” oder “FremdkörPerson, erstens” solle es werden – den Rest sollten die Fans entscheiden, und dabei auch noch reichlich belohnt werden. So trommelten ASP neben ihrem eigenen Merchandising (in Form von der Herz und Verstand Merchandising GmbH) auch noch die Trisol Music Group und den Orkus zusammen, und stellte mit dessen Unterstützung 100 Preise in Aussicht, die preislich in Summe locker im vierstelligen Bereich liegen.

Bis Ende Oktober trudelten so dann auch gut 900 Postkarten bei ASP ein, die alle einmal gezählt werden wollten, und dann in einer großen Ziehungsaktion, welche Videodokumentarisch als eine halbstündige Session mit Tossi als Glücksfee festgehalten wurde, ein weiteres mal Verwendung fanden, ehe sie dem Reißwolf zum Opfer fiehlen. Das ganze macht man als Band ASP natürlich mal eben nebenbei auf einer Tour, versteht sich! Da auch das Wahlergebnis während der Tour dann irgendwann feststand, kann ich mir gut vorstellen, das Asp das mal so nebenbei im Bett des Nightliners gemacht hat, und bestimmt die anderen Bandmitglieder durch lautes Zählen vom Schlafen abgehalten hat 😀

Gewonnen hatte also die “Eisige Wirklichkeit”, mit überdeutlichen Vorsprung (knapp 450 Stimmen). Was mich natürlich ein wenig traurig gestimmt hat, denn mein Favorit, “FremdkörPerson, erstens” ist mit unter 200 Stimmen der deutliche Verlierer.

Von Dezember bis März waren dann also nur noch 3 Monate Zeit, um eine Single zu produzieren – die dem ASP-typischen Standard entsprechend sicherlich nicht einfach dahingerotzt sein würde. Aber selbst das ist Asp wohl noch nicht stressig genug – warum nicht die Deadline noch weiter vorverlegen? Von Asp kam das Versprechen, dass die Single für die Konzertbesucher der fremd Tour -Teil 2, mit denen ASP dann auch Orte bereisen wollte, die sonst nicht von Konzerten profitieren (Kiel, Erfuhrt, Würzburg, Ulm, Mannheim und Magdeburg) schon zu erwerben sein würde. Und obwohl es “fremd Tour – Teil 2” hieß: Neue Setliste, mit etlichen richtigen Highlights, die Live schon lange nicht mehr, oder generell nur sehr selten gespielt wurden, kamen mit – mein persönliches Highlight war hier Sara – noch nie vorher live gesehen (ich glaube, bis auf der Akoasma-Tour wurde das auch nie vor Publikum vorgetragen). Aber auch andere Songs, wie z.B. “Ich komm Dich hol’n” oder “Coming Home” gehören meines Wissens zu Konzert-Raritäten! Und wenn man schon Ally the Fiddle mit im Gepäck hat, studiert man vorher auch mit ihr zusammen noch fünf Songs ein – für einen gemeinsamen Part im Konzertprogramm, wovon auch hier wieder drei in dieser Konstellation komplett neu waren. Und sogar mein neuer Lieblingssong, Unverwandt, mit echter Geige! *hachmach*… Aber nein – das hier ist kein Konzert-Review. Verdammt! 😀

Worauf ich hinaus wollte: Neben den Vorbereitungen für die laufende Tour und dem einstudieren neuer Songs, war ASP also parallel damit beschäftigt, ein neues Artwork und Remixe zu generieren, die auf eine neue Single sollen, welche in 1-2 Monaten dann aus dem Presswerk zumindest in der Teilauflage herauskommen musste, die Asp versprochen hatte (der Unterton war in etwa: “Wir werden genug Singles für alle mithaben”). Das ganze, wie ebenfalls schon “gewönlich” ASP, in einer Standard und einer Limited Edition. Diese wieder mit vielen Extras, ausgiebigen Artwork und Handnummeriert (und nebenbei wurde außerdem die Humility EP im Zuge der Verschollenen Archive ebenfalls neuveröffentlicht und auf die Tour mitgenommen).

Was tut man nicht alles für die Fans?

Zur Entstehung des Artworks erschien übrigens – natürlich auch hier wieder: In den zwei Monaten die man da Zeit hat, kann man ja nebenbei auch noch an einem neuen Ausgabe des Fanmagazins schreiben, warum nicht? – auch ein sehr interessanter Artikel im letzten Papilion. Da ich die Single dann auch tatsächlich, als 26. Käufer (nach Nummerierung) am Merchstand in Kiel am 23.02. ergattern konnte, scheint aber alles, wie gewünscht geklappt zu haben.

Man muss dazu sagen, dass sicherlich viele Song-Ideen wahrscheinlich schon im Vorfeld klar waren, und bestimmt auch schon (zumindest zum Teil) umgesetzt wurden – warum auch nicht? Die Fan-Abstimmung hat letztendlich den Haupttitel und damit das Artwork und die Songverteilung auf der Single bestimmt. Das auch die anderen Songs vertreten sind, zeigt, das ASP sich hier nicht von den anderen Songs trennen wollten, und das finde ich toll. Bei den 13 Songs liegt das Gewicht allerdings immer noch deutlich auf der “Eisige Wirklichkeit”, und wer Asp stärker folgt, wird auch mitbekommen haben, das Stücke wie beispielsweise die Piano-Version von “Rücken an Rücken” erst noch entstanden sind, und auch hier in den Sternen stand, ob sie es überhaupt auf die Single schaffen werden.

Das soll nun aber zur Entstehungsgeschichte reichen – es hat wie gesagt alles geklappt, ich hatte viel Zeit und konnte mich schon ausgiebig mit der Single befassen und schaffe es auch daher, diesen Eintrag diesmal wirklich zeitnah zum Erscheinungsdatum zu veröffentlichen. Kommen wir daher zur Aufmachung.

Die “Eisige Wirklichkeit” Standard und Limited Edition

Wie gewohnt, die “Eisige Wirklichkeit” kommt in zwei Versionen. Die Standardversion kostet 10,95€, und kommt in einem 6-seitigem Ecolpak daher. Wer nicht weiß, was es damit genau auf sich hat: die Wechselbalg-Single kam schon in dieser Verpackung. In meiner Rezension könnt ihr euch also ein Bild davon machen. Was dieses neue Verpackungskonzept anbelangt, muss ich ehrlich gestehen, dass ich noch ziemlich zwiegespalten bin. Ich bin ein großer Fan von DigiPaks, die ein stabiles Tray haben, wie z.B. die “Ich bin ein Wahrer Satan”-Veröffentlichungen. Die CD sitzt hier sicher und fest, lässt sich einfach lösen und wieder anbringen – und da ASP hier auf Qualität setzten, ist auch die Achillesferse – die Halterung in der Mitte – einfach und dennoch stabil.

'Hast Du Mich Vermisst?' als DigiPak Veröffentlichung

'Hast Du Mich Vermisst?' als DigiPak Veröffentlichung

Andererseits stört das Tray auch das Design und Artwork der Verpackung. Selbst mit den transparenten Trays ist ein klassisches DigiPak nicht ganz so schön, wie das was ASP mit dem neuen Ecolpak an Artwork geschaffen haben Und ich bin ein Freund von großem Artwork – eines der Gründe, warum ich Vinyl-Platten so mag. Und ein durchgängiges dreiseitiges Artwork auf der Hülle ist natürlich schöner, als dieses im bedingt minimal kleinerem Booklet unterzubringen (selbst mit Fold-Out). Andererseits tut mir das rein und rausschieben der CD aus der Lasche jedes mal wieder tierisch weh, denn jedes Entnehmen und Zurückstecken bedeutet ein schleifen der CD auf der Pappe, und dies führt unweigerlich zu Kratzern. Dem ein wenig entgegenwirken kann man, indem man die Hülle von oben und unten leicht zusammendrückt – dies tut aber sicherlich der Verpackung auf Dauer auch nicht gut – zumindest meine Evanescence – Evanescence Deluxe CD sieht schon ein wenig abgegrabbelt aus, und die Leimstellen sehen so aus, als könnten sie in naher Zukunft auseinander gehen.

Evanescence - Evanescence (Deluxe Version)

Dem Entgegen steht die Tatsache, dass man CDs heute als Computer-Generation wahrscheinlich eher selten in ein Laufwerk legen wird. Meine CDs werden einmal gerippt, und dann nur noch auf den beiden Rechnern und dem MP3-Spieler gehört – eine klassische Anlage besitze ich noch nicht einmal mehr. Und hätte ich eine, würde dort wahrscheinlich eine Sicherungskopie landen – immerhin sind die wunderschönen CDs und Vinylplatten mühevoll in einer Vitrine arrangiert 😉

Aber auch hier weiche ich wieder vom eigentlichen Thema ab. Fakt ist, dass wir uns sehr wahrscheinlich an Ecolpaks gewöhnen müssen. Immer mehr Bands setzten diese ein – wohl auch, weil sich hierdurch merkbar die Materialkosten senken lassen (das Tray fällt weg, und die Pappe kann dadurch weniger dick und stabil ausfallen) – nichts desto trotz sehen diese Verpackungen sehr wertvoll aus, und wen man es richtig angeht, lässt sich hier sogar mehr herausholen, als es mit den Standard DigiPaks möglich ist – ASP nehmen hier ja mit ihren bisherigen Ecolpak Veröffentlichungen wieder einmal eine Vorreiterrolle ein! Und ganz nebenbei bemerkt: Sie leisten auch einen höheren Beitrag zum Umweltschutz!
Wie auch schon bei der Wechselbalg scheint sich das Artwork bei der Standardedition auf die Hülle und den “Stabilisierungskarton” der zweiten Lasche zu beschränken – allerdings wurden auch hier alle Register gezogen, da sogar die UV-Lack (siehe meine fremd-Rezension) und die Spotlack-Ebene (siehe meine Wechselbalg-Rezension) auf dem Artwork verwendet werden – eine Hülle also, die sich wieder interessant anfühlen wird, und eine geheime Ebene hat – und durch den Stabilisierungskarton auch wieder trotz Ecolpak einiges an Stabilität zurück gewinnt.

Das Cover der 'Eisige Wirklichkeit'-Single. Vielleicht erkennt man die Prägung?

Mehr kann ich zu diesem Release leider nicht sagen, da ich – wie immer – zur Limited Edition gegriffen habe: Limitiert auf 5.999 Stück handelt es sich hierbei ebenfalls wieder um ein Hardcover-DigiBook – diesmal ohne Leineneinband, und auch auf die Spotlack-Ebene wird verzichtet. Dafür aber gibt es einen Prägedruck in die Pappe, die zum teil die Risse der Eisoberfläche haptisch macht, aber auch den Stempelaufdruck “Eisige Wirklichkeit” mit der wunderschönen Initiale regelrecht ins Eis drückt.

Das Cover der 'Eisige Wirklichkeit'-Single - aus einer anderen Perspektive

40 Seiten ist das integrierte Booklet dick, und es lässt sich wieder ein wenig was entdecken. Thematisch ist auf den meisten Bildern eine Symbiose aus Tinte, Eis und Lyrics, mit vereinzelt schon bekannter UV-Lackierung, die eine zusätzliche Ebene ermöglicht, zu betrachten. Allerdings, das sollte man denke ich auch dazu sagen, ist gerade diese ebene bei der Single nicht ganz so stark vertreten – es gibt weniger interessantes zu entdecken – die Uhr etwa, das ASP-Tintengesicht, einmal die Lyrics von der “Eisige Wirklichkeit”, wobei diese nur sehr schwach zur Geltung kommt (ich weiß nicht, ob das nur ein Druckfehler bei mir ist, oder bei allen der Fall ist). Am häufigsten ist die UV-Lackierung zur Unterstützung der Tintenverläufe genutzt worden… und damit zwar sicherlich auch weiterhin schön – im Vergleich zum Album aber auch ein wenig langweiliger. Luxusprobleme, die man sicherlich nur dann hat, wenn man ASP-Verwöhnt ist 😉

Eis trifft Tinte und Lyrics

Nichts desto trotz – hier sind ein paar echt schöne und ansehnliche Bilder entstanden, welche das Thema “Tinte”, mit der wir das erste mal in “Wechselbalg” konfrontiert wurden, schön weiterführt, und mit dem Thema “Eisige Wirklichkeit” kombiniert.

Es gibt sie immer noch - die UV-Lackierung die nur im rechten Licht sichtbar wird

Auf der Rückseite findet sich neben dem Tracklisting auch eine Handnummerierung in einer unglaublich sauberen Handschrift – fast wie gedruckt. Hier hat sich jemand besondere Mühe gegeben.

Nummerierung. Die Autogramme habe ich mir am 23.02. auf dem Konzert geholt.

Die beiden Umschlaginnenseiten sind wie immer mit zwei Plastik-Trays versehen, auf denen sich die CD und die DVD befinden.

Das CD-Tray

Die limitierte Edition umfasst nämlich nicht nur die 13-Track Single (was für eine Single schon imposant genug ist), sondern auch noch den kompletten Konzertmitschnitt auf dem M’Era Luna 2011. Mein Beweggrund, diese Single zu erstehen, denn dieser Auftritt wurde von der Presse hoch gelobt, und beherbergte noch eine weitere Besonderheit: “Temple of Love” von den Sisters of Mercy – ein Klassiker und Meilenstein der Gothic Szene und wahrscheinlich auch über diese hinaus sehr bekannt. Asp als bekennender Sisters-Fan wollte diese Darbietung zu etwas ganz besonderem machen, und so versprach er, diesen Song nie wieder zu spielen. Die DVD wird daher einziges Zeugnis dieser Performance sein.

Das macht diese Ausgabe zu etwas wirklich besonderem, auch wenn der Preis von 29,95€ für eine Single doch ein wenig happiger erscheint. Aber für die ähnlich wertvolle Aufmachung wie bei der fremd, einer Spielzeit von 73:53 Minuten, nur für die Single, plus weiteren 79:55 Minuten für das Konzert auf der DVD und weiteren 22:03 Minuten für 2 Bonus-Interviews – in Summe also: 176 Minuten, oder fast 3 Stunden, eigenem Artwork, und limitierung mit Handnummerierung rechtfertigen den Preis an für sich schon. Und – ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: Auch auf dieser Single befinden sich eine Hand voll Songs, die es wirklich in sich haben.

Wunderbares Artwork

★★★★★

Die Musik

  1. Eisige Wirklichkeit (Single Kurzschnitt) [3:51]
    Der erste Song ist natürlich die “Eisige Wirklichkeit”, und hier geht es von der ersten Sekunde an rockig und ohne langsame Einleitung oder ähnlichem los. Ansonsten hört sich der Song sehr bekannt an, denn hierbei handelt es sich lediglich eine um 0:55 gekürzte Version des Originals, welches hauptsächlich dadurch erreicht wird, dass die Instrumentalteile, z.B. am Anfang einfach rausgeschnitten sind. Im Vergleich zur Originalversion also wirklich nichts besonderes.

    Ich habe lange überlegt, wie ich dies bewerten soll, ob mit keinem Stern, oder nur einem, weil es sich nun doch um eine Single-Edit handelt, die zumindest ein bisschen Arbeit gemacht hat. Letztendlich habe ich mich entschieden, hier die Wertung aus dem Album zu nehmen, die Version aber nicht in die Gesamtwertung mit einzubeziehen – daher die Klammern um die Bewertung. Denn, wie schon gesagt – ich finde es legitim, dass es auf einer Single auch den Standard-Song in einer Album- oder Single-Fassung gibt – der Song selbst bleibt weiterhin so großartig, wie auch auf dem Album, und eine Single-Auskopplung ist nunmal eine Auskopplung. Solange nicht jeder Song eine Single-Edit-Version ist, ist also alles super 🙂

    Für die genaue Detailbewertung zum Song möchte ich hier noch einmal auf meine Rezension vom Album fremd verweisen.

    [★★★★]

  2. Eisige Wirklichkeit (Tanznacht Version) [5:48]
    Die Tanznachtversion ist um einiges elektrischer, als die Originalversion, und hebt sich vor allem dadurch vom Original ab. Das wird schon in den ersten paar Sekunden deutlich, in dem der Song mit einem stark verzerrten “In der eisigen Wirklichkeit” eingeleitet wird. Insgesamt ist Asp’s stimme verzerrter und der begleitende Hintergrundbeat um einiges Bass-lastiger und doller. Ansonsten gleichen sich die beiden Versionen sehr – der Refrain scheint komplett identisch zu sein. Wäre dies die einzige Änderung am Song würde ich auch hier maximal einen Stern geben, denn wie gesagt – mir persönlich reicht das irgendwie nicht wirklich aus. Allerdings hat dieser Song im Gegensatz zum Original eine weitere Refrain-Stelle um 4:15 herum, bei der zunächst alle Instrumente Wegfallen, und nur Asp singt, und dann nach und nach die Instrumente wieder einsetzten. Die Stelle gefällt mir ziemlich gut! Ich mag die Stimme von Asp sehr, und finde es toll, wenn sie durch solche Teile dann auch noch deutlicher zum Tragen kommt. Daher gibt es von mir zwei Sterne.

    ★★★★★

  3. Rücken An Rücken (Nicht Erwünschter Radio-Edit) [4:36]
    Hier gilt, soweit ich das beurteilen kann, das selbe wie beim “Kurzschnitt” der “EisigenWirklichkeit”. Das Intro ist herausgeschnitten, und die Instrumental-Teile zwischendrin sind gekürzt. An sonsten gleichen sich die Songs. Wahrscheinlich wäre das die “Kurzschnitt” Version des Songs gewesen, hätte die Wahl ergeben, dass “Rücken an Rücken” der gewünschte Song gewesen wäre. Es ist aber schön, dass dieser Song es dennoch auf die Platte geschafft hat, als eben “Nicht Erwünschte” Version.

    Für die Gesamtwertung ist dies sicherlich ein Pluspunkt, den ich einbeziehen möchte. Insgesamt möchte ich allerdings auch diesen Song ausklammern und auf die vollständige Version auf dem Album verweisen, die ich mit 3 Sternen bewertet habe.

    [★★★★★]

  4. BandAnders (Nun Anders Version) [4:34]
    Mit BaldAnders schafft es ein Song auf die Single, welche die Besitzer des Albums wahrscheinlich dort vermissen werden. Es handelt es sich hierbei um eine Cover-Version, die ASP das erste mal auf der Vorab-Single zum Album coverten, in Gedenken an Frank Wulff, die derzeit sogar als Vorbote für die Single vor erscheinen dieser für einige Zeit bei YouTube zu sehen war.

    Der Song hat schon damals eine durchweg positive Bewertung von mir bekommen – jedoch hat er es nie geschafft, mich wirklich komplett mitzureißen. Anders nun die “Nun Anders” Version.

    Getragen wird der Song zunächst weiterhin von der Mandoline und dem vordergründigen Flötenspiel. Allerdings ist der Song von Anfang an schneller – so ist der einleitende, sehr ruhige Männerchor hier um eine ganze Minute kürzer. Zusätzlich hört man schon in der ersten Strophe im Hintergrund elektrische Elemente, die das Schlagzeug ersetzten. In der zweiten Strophe setzt dann ein starker elektrischer Bass-Beat ein, der das Lied von da an konstant begleitet. Insgesamt wirkt der Rhythmus dadurch schneller, auch wenn er das höchstwahrscheinlich garnicht ist. Während des Liedes wechseln die elektrischen Elemente im Hintergrund auch.

    Mit dieser Wandlung, die scheinbar nurnoch aus Mandoline, Flöte und elektronischen Bässen und Elementen besteht, gibt den gesamten Lied sehr viel mehr Biss und kommt irgendwie “knackiger” daher. Mir gefällt es wirklich gut – sehr viel besser als die ursprüngliche Version auf der Vorab-Single, und daher kann ich hier nicht anders, als wieder 5 Sterne zu vergeben.

    ★★★★★

  5. FremdkörPerson, Erstens (Ab-Schnitt) [4:28]
    Wie schon bei der “Eisigen Wirklichkeit” und der “Rücken an Rücken” ist hier mit der um Instrumental- und Intro-Teilen gekürzten Version quasi ein Trost-Track für “FremdkörPerson, Erstens” eingerichtet wurden.

    Mein Favorit, also kann ich nicht anders, als zunächst einmal danke dafür zu sagen, dass er trotzdem mit auf die Single durfte. Leider erfuhr auch dieser Song sonst keine Änderungen, so dass es hier nichts neues zu Entdecken gibt. Aber auch hier möchte ich das nicht zum Strick für die Single machen – immerhin liefert sie mit insgesamt 13 Tracks genug platz für weitere Versionen des Gewinnersongs!

    Warum mir der Song in der ursprünglichen Fassung so gut gefiel, ließt sich an bekannter stelle nach.

    [★★★★★]

  6. Rücken An Rücken (Auge in Auge Remix) [4:56]
    Mit dem “Auge in Auge” Remix wird also dem 2. Platzierten Song der Wahl nun noch ein Remix spendiert. Auch diese Version folgt dem Beispiel der gekürzten Versionen – das im ursprünglichen längere Intro fehlt hier ganz, es geht direkt in den Song hinein. Aber wo das Original voller und irgendwie melodischer klingt, ja ich würde sagen “bunter” ist die “Auge in Auge” Version trister und eintöniger – zu Anfang ein wenig bedrohlicher, dann verträumter. Getragen wird der Song hier sehr viel mehr von Asps Stimme, was vor allem ab Minute 3:50 auffällt. Hier wo im original der Gitarrenpart kommt, bleibt es still, die volle und kräftige Stimme von Asp zieht sich stark durch diesen Part hindurch, der von den elektrischen Instrumenten des Stücks ein wenig träumerisch aber weiterhin “einfarbig” begleitet wird.

    Davon ab sind die Versionen aber recht identisch. Mir gefällt der Song trotzdem sehr gut, mit leichter Tendenz zu “sogar ein bisschen besser”, daher denke ich, dass hier 4 Sterne gerechtfertigt sind. Würde er mir nicht so gut gefallen, wäre er wohl, wegen der Ähnlichkeit zum Original bei 2-3 Sternen gelandet, denke ich.

    ★★★★

  7. Eisige Wirklichkeit (Horror Score Version) [5:04]
    Hier kommen wir nun zu einem der Remixe, die einfach großartig sind, und genau das unterstreichen, was ich Eingangs gemeint habe – es gibt eben Remixe, bei denen der Beat ausgetauscht wird, und bei denen es manchmal auch klappt zu überzeugen (siehe den vorherigen Song), oft fragt man sich aber – wozu? Und dann gibt es den “Horror Score”. Um es vorweg zu nehmen: Wow.

    Wir erinnern uns – die “Eisige Wirklichkeit” fängt sehr elektrisch an, ein wenig verspielt, insgesamt aber bei den Strophen mit hartem elektronischen Beat, recht eintönig und sehr hart, begleitet von härterem, eintönigem, fast Sprech-Gesang.

    Nicht so der Horror-Score. Hier wird sehr elektrisch-melodisch in den Song eingeführt. Schließt man die Augen hat man Bilder von einem dunklen, kalten Gang vor Augen (ich gucke zur Zeit X-Files, daher bin ich geneigt, UFO zu sagen – aber es kann genau so gut ein Kellergewölbe oder vielleicht auch eine Szenerie aus dem dunklen Turm sein? Am Besten gefällt mir die Vorstellung, im Keller der Geschichte aus “The Mysterious Vanishing of the Foremar Family” zu sein).

    Dann kommt der Gesang – dünner, weniger aggressiv als in der Originalversion, dafür bedrohlicher. Begleitet von Streichern die das ganze ein wenig gruselig untermalen. Der Refrain ist wunderhübsch gesungen, und liefert im Kontrast zur Strophe einen Lichtblick, mit verspielten Blasinstrumenten(?), die im Gegensatz zur Strophe eher ruhig, und vielleicht aus einem Fantasy-Spiel zu scheinen sein. Insgesamt ist aber auch in den Strophen musikalisch eine Art zulaufen auf das Ende – dann gibt es aber einen komplett ruhigen Part, und es kommt zum Schlussrefrain.

    Dieser Remix verwandelt den Song “Eisige Wirklichkeit” in was wirklich neues, gibt ihm eine ganz andere Facette, und ist in dieser Form auch für ASP ein Novum – eines, dass sich gerne wiederholen sollte. Die “Eisige Wirklichkeit” hat von mir in der Originalversion schon nur 4 Sterne bekommen – diese hier hätte, im Vergleich dazu deutlich mehr verdient – einfach um das Verhältnis zwischen Remix und Original deutlich zu machen. Hinzu kommt, das er als Remix seine Existenzberechtigung mehr als verdient hat. Mir jedenfalls gefällt der Remix definitiv besser als das Original!

    ★★★★★

  8. Rücken An Rücken (Stripped Down Piano Version) [5:43]
    Nach dem “Horror Score” kommt ein weiterer Song, der Remixe seines gleichen sucht. Asp schrieb, das er sich nicht sicher war, ob er diesen Song überhaupt aufnehmen sollte, als dieser irgendwann Ende Dezember fertig gestellt worden war. Verständlich, denn er ist in der Tat unglaublich intim und emotional. Ein Verschwinden in der Schublade wäre aber wahrlich sehr traurig gewesen.

    Es gibt wenig Songs, die es schaffen, dass ich beim ersten mal gleich eine Gänsehaut bekomme. Kaum die ersten 10 Sekunden schaffen das. “Rücken an Rücken” hat eine unglaublich schöne Melodie, und wenn man diese auf Klavier spielt, und dieses die einzige Begleitung ist, dann ist das einfach nur groß. Die zweite Gänsehautwelle folgt dann, wenn der Gesang von Asp einsetzt – ruhig, zerbrechlich, einfach nur schön – am besten zu beschreiben mit “Hach”. Dieser Song schafft es allerdings auch – und das ist das wirklich besondere, nach mehrmaligen hören, direkt hintereinander immer wieder bei den ersten Tönen für Gänsehaut zu sorgen.

    Dieser Song reißt einfach mit, macht schwermütig, traurig, sorgt für Herzschmerz. Und ist trotzdem einfach nur wunderschön. Wie gesagt, am besten zu beschreiben mit “Hach”. Schön, dass diesem Song tatsächlich ein paar Sekunden Stille folgen, die sind danach wirklich nötig. Auch wenn sie mir teils nicht reichen, und ich dann erst mal ein wenig länger auf Pause drücke.

    Also wenn es noch nicht deutlich geworden ist: Dieser Song ist mein absoluter Lieblingssong der Platte und ich bin glücklich und froh, dass er drauf ist. Er ist um etliche Lichtjahre besser als das Original, dass ich ursprünglich sogar nur mit 3 Sternen bewertet hatte, einfach, weil dieser Song lyrisch zwar toll ist und auch musikalisch Klasse – aber es im Original einfach nicht so wirklich komplett zündet bei mir. Dieser Remix hat daher mehr verdient als alle anderen, dieser Song bekommt von mir 6 Sterne, und diese 6 gehen auch als solche in die Bewertung ein. Sorry, aber das muss so sein!

    Danke dafür, das er nicht wieder in der Schublade gelandet ist

    ★★★★★ ★

  9. A Prayer For Sanctuary/Wechselbalg [Live, Bremen] [9:24]
  10. Eisige Wirklichkeit [Live, Bremen] [4:50]
  11. Rücken An Rücken [Live, München] [4:49]
  12. FremdkörPerson, Erstens [Live, Hamburg] [5:10]
  13. Unverwandt [Live, Frankfurt] [10:44]
    Diese Songs kann und will ich einfach nicht einzeln bewerten, denn wie sollte ich auch? Es handelt sich hierbei um eine Beigabe der ganz besonderen Art, die man also solche auch nur am Stück bewerten kann. Im Oktober/November 2011 gingen ASP endlich wieder auf Tour, und das auch endlich wieder mit einem neuen Album. Heiß ersehnt von allen Fans – angefeuert von einem grandiosen vorhergehenden Festival-Konzert auf dem M’Era Luna bereisten ASP 15 Städte, einige davon, da sie so schnell ausverkauft waren, sogar mehrfach. Denn trotz vieler Änderungen in der Band – der 10er Proklamation bleibt man sich weiter treu.

    Nun, was soll ich sagen: Das Konzert war super, ASP voller Energie, und nach dem vielen teilweise auch unschönen Sachen, die im Fan-Bereich nach der Trennung liefen, für mich auch irgendwie ein bisschen das Zeichen und der Beweis dafür: ASP sind ASP und bleiben ASP. Und sie rocken mich immer noch – und ich kann mir auch ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das sich jemals ändern wird. Ich hab mich jedenfalls so viel bewegt wie schon lange nicht mehr, war hinterher schweißgebadet, müde, kaputt, und heiser – und hab die nächsten Tage sogar leichten Muskelkater gehabt. Aber war auch tierisch Glücklich 🙂
    All den Fans machen ASP mit diesen 5 Songs ein kleines Geschenk, eine Live-Erinnerung wunderbar Arrangiert:

    So folgt als erstes der Opener zum Konzert, der mit “A Prayer for Sanctuary” wie schon mal erwähnt, einfach bombastisch ist – der direkt und Untrennbar mit “Wechselbalg” verbunden ist, weswegen diese Stücke auch in einem Track aneinander hängen. Dann kommen die drei Songs zwischen denen gewählt werden durfte, in Reihenfolge des Wahlergebnisses. Und zum Schluss der Konzert-Closer: “Unverwandt”. Besonders schön: Die Mitschnitte stammen aus 5 unterschiedlichen großen Städten, in denen ASP auftraten. Und wie es der Zufall so will: Mein Favorit stammt auf der CD sogar aus Hamburg, dem Konzert, das ich miterleben durfte. Wunderbar. Ein tolles Geschenk.

    Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, das Live-Aufnahmen von ASP sowieso eine Rarität sind, wird das ganze noch viel toller. Ein gesamtes Rockkonzert gibt es bisher nur in Form der Akoasma. Mit Von Zaubererbrüdern (siehe auch Wikipedia) wurde ein weiteres – aber durch das Akustik-Setting eben besonderes – Konzert ebenfalls festgehalten. Und damit wird es dann auch schon rar: Nur ganz wenige auserwählte Songs schafften es auf Single-Veröffentlichungen, oder besonderen Seltenheiten, wie der Hunger EP.

    Auf dieser Single nun also ganze 5 Live-Schätze. Eine wirklich schöne Sache. Besonders für mich, da ich Live-Songs einfach noch ein ganzes Stück lieber mag, als die Studio-Versionen auf den Alben. Einfach weil sie irgendwie viel plastischer sind, ein größeres Volumen haben und auch dynamischer klingen.

    Halten wir fest: 5 Live-Songs einer unglaublich tollen Konzertreise, wunderbar ausgewählt aus 5 Standorten, eine tolle Song-Auswahl, clever Arrangiert; und mit “Unverwandt” auch noch einen tollen Closer für die gesamte Single! Also was soll ich da noch sagen, außer 5x 5 Sterne?

    ★★★★★

Die Bonus-DVD

Die Bonus-DVD gliedert sich in 2 Teile: Der erste, und Hauptteil, ist das Konzert, das ASP auf dem M’Era Luna gegeben haben. Als zusätzlichen Bonus gibt es daneben aber auch noch zwei Interviews, eines das beim M’Era Luna im Backstagebereich aufgenommen wurde, das andere wurde während der fremd-Tour, ebenfalls im Backstage-Bereich gemacht.

Eingeleitet wird in die DVD (nach dem obligatorischen FSK-Teil) mit dem, für ASP Videos und Trailern mittlerweile bekannten Kontur-Schmetterlings-Logo, der sich vervielfacht und mit dem ASP-Schriftzug komplettiert wird. Wie auch schon beim Trailer für das Album lösen sich diese Schmetterlinge dann aber in Tinte auf, und wir gelangen ins Menü, einer zähen Flüssigkeit, in der dieTinte nur so vor sich hinwabert. Wie für jede gute DVD üblich, gibt es dann die Möglichkeit zu wählen zwischen dem Konzert als ganzes, einer Kapitelwahl (in einem Untermenü) und den zwei Interviews. Das Menü ist dabei schlicht gehalten, es gibt keine zwischenanimationen, oder ähnliches. Leider, oder Gott sei dank – ich weiß es ehrlich gesagt nicht, da es sowohl vor als auch Nachteile hat – gibt es auch keine Melodie, oder Ähnliches. Insgesamt also schlicht, aber für eine reine Zugaben-DVD auch völlig in Ordnung.

Bei den Interviews müsste ich leider bei beiden sagen, dass mich der Stil mit den Fragen als Bildschirmtext ein wenig nervt. Das ist sicherlich eine Geschmacksache, und andere mögen das gerade gut finden. Ich finde aber ein kontinuierliches Gespräch viel angenehmer, als den Wechsel zwischen Lesepause während der Fragen-Einblendung und Antwort. Das ist aber nur ein kleines Manko, dass ich nicht in die Bewertung mit einfließen lasse, denn sicherlich gibt es auch Leute, die das klasse finden. Und davon ab, ändert es nichts an der Qualität der Interviews.

  1. M’Era Luna 2011 [79:55]
    Ich weiß garnicht, ob ich so viel zum Konzert selbst sagen soll, denn das haben andere zu genüge getan, und die waren auch alle Live dabei. Nach der langen Zeit, die man nichts von ASP gehört hatte, war es jedenfalls ein wirklich großartiges und doch solides Best-of-Konzert. Alle Klassiker waren dabei, ein typisches ASP Konzert, das lediglich durch die gewaltige Größe und den zwei neuen Gitarristen die hier das erste mal auf die Fans trafen (und die bis dahin auch noch nicht als Live-Band-Bestandteil angekündigt waren) überrascht. Wobei natürlich auch das Intro zum Konzert “A Prayer for Sanctuary” neu war, da das Album zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht war. Und natürlich musste Wechselbalg gespielt werden, aber dieser Song wird wahrscheinlich eh zum festen Bestandteil für ASP werden. Hinzu kommt natürlich die von ASP Konzerten bekannten, aber hier noch größer wirkende Pyroshow. Ein weiteres Highlight ist der “Schnee” der diesmal bei “Und wir tanzten” ins Publikum geschleudert wurde. Wer sich hiervon ein eigenes Bild machen möchte, findet das Stück auch auf YouTube.

    Asp ist auf diesem Konzert voller Energie, springt und tanzt und begeistert von der ersten Sekunde an, was man auch sofort am Publikum sieht. Ein besonderes Highlight auf dieser DVD und dem Konzert ist eine Coverversion, die einer “demütigen Ansage” folgt. Diese Ansage ist irgendwo auch traurig, denn Asp verspricht hier im vollen Ernst, dass dieser Song niemals wieder gespielt wird. Als Erinnerung und Rückbesinnung an die eigene Vergangenheit und die Musik, die einem damals bewegt hat, folgt dann der Song “Temple of Love”. Besonders schön ist der Anblick des Publikums. ich liebe es, wenn die Menschen zunächst nicht merken, welcher Song eigentlich spielt, bis die ersten markanten Noten kommen, und das Jubeln dann losgeht.

    Ich weiß nicht, ob ASP im Vorfeld gewusst hatten, wie sehr dieser Song einschlagen wird. Das Jubeln wird unglaublich laut, alle Hände sind oben, und besonders schön: Die Kamera fängt in diesem Moment eine im Fanforum bekannte Person ein (der ich sogar persönlich begegnet bin 😉 ), in den Augenblicken des Erkennens und der Freude – und es ist einfach nur klasse und schön zu sehen, wie sehr sich jemand über einen Song freuen kann.

    Soviel zum Konzert selbst – zum Mitschnitt vielleicht noch ein paar Worte: Der Zusammenschnitt ist angenehm schön, die Perspektivenwechsel sind Sinnvoll, nicht zu hektisch, es gibt einige tolle Perspektiven, die gesamte Band ist relativ gleichverteilt zu sehen, und an nervigen Effekten wurde auch gespart. Lediglich ein paar zwischengestreute schwarzweis-Bilder hat man sich hier erlaubt, was absolut nicht stört. Auch das Publikum ist nicht zu doll aber auch nicht zu wenig zu sehen – die ein oder anderen werden sich hier sicherlich wiedererkennen können, was auch eine sehr schöne Sache ist.
    Das Ergebnis lässt sich trotz Pannen (wie ich erfahren durfte, z.B. den Absturz der einzigen Krankamera) mehr als sehen.

    Ein Geschenk gleichsam an alle, die das Konzert selbst miterleben durften als auch jenen, die nicht konnten oder wollten.

    ★★★★★

  2. M’Era Luna Backstage Interview [10:19]
    Das erste Interview kannte ich leider schon, da es im Voraus schon irgendwo bei YouTube kursierte. Die Fragen drehen sich primär um die Songs, und das Erstellen dieser. So sind es Fragen nach dem Anspruch der Texte, das ASP-typische Verpacken der Themen in “Gothic Rock Novellen”, die Bedeutung der Farbe Schwarz und des schwarzen Schmetterlings, etc.

    Die Antworten von Asp sind auch wirklich Klasse, sehr tiefgründig, und es ist sehr genial, wie Asp trotz recht oberflächlicher Fragen auch sehr stark in Gesellschaftskritik driftet, und sehr viel von seiner Sichtweise zu verschiedenen Themen preisgibt. Ein wirklich interessantes Video, das primär Einblicke in Asps Sichtweisen gibt.

    Man merkt, dass die Machart hier auch ähnlich ist. Aus 3 Perspektiven wird Asp gefilmt, wobei eine von oben rechts stammt, und immer in schwarzweiß ist. Asp selbst spricht primär in eine Kamera. Schade finde ich hier diesen dauernden Wechsel. Gerade die schwarzweiß-Kamera hätte ich mir hier gerne erspart. Auch wenn es ein netter Effekt ist – wenn man sich mit jemanden Unterhält, dann guckt man dieser Person gerne ins Gesicht, und es ist irgendwo komisch, das man selbst, als Gesprächspartner regelmäßig durch diese, hier sehr hart wirkenden Wechsel der Kamera plötzlich auf einer ganz anderen Seite steht, in welcher man diesen Blickkontakt nicht mehr hat.

    ★★★★★

  3. fremd-Tour 2011 Backstage Interview [11:44]
    Wie schon beim ersten Interview werden die Fragen zum lesen eingeblendet, und es gibt einen Wechsel zwischen Frage-Texte und das Bild von Asp, wie er antwortet. Auch hier gibt es sehr interessante Fragen, und Antworten, wobei es diesmal mehr um die Entwicklung von ASP/Asp geht: Der Jahresrückblick/Wechsel, die Änderung in der Band und damit verbundenen Probleme, die allgemein schlechte Situation in der Musikindustire, die 2011 auch ASP zu spüren bekommt, und natürlich auch Fragen zum neuen Album – und sogar der vorliegenden DVD gibt es zu finden. Somit ergänzen sich die zwei Interviews gut, was mir sehr gefällt. Auch dieses Interview ist sehr interessant, und man kann es durchaus auch 2-3 male hören, da es sehr gehaltvoll ist.

    Allerdings, ähnlich wie auch schon beim vorherigen Interview ist der Kamerawechsel hier noch schräger – zwar nicht ganz so häufig (zumindest kommt es mir so vor), dennoch ist die eine Perspektive stark eigenartig, und “stört” mich einfach. Asp steht nämlich auf einer Treppe und redet zur Seite hin – und eine Perspektive ist von der Treppe weiter tiefer: Man blickt von schräg unten nach oben, und steht ziemlich schräg hinter Asp, der in die völlig andere Richtung gerichtet steht, und aus der Perpektive sieht es so aus (da die andere Kamera, in welche Asp direkt schaut, ebenfalls seitlich angebracht ist), als wenn sich Asp dort mit niemanden – denn von unserem Blickwinkel sieht man das nicht) redet – einfach nur dasteht, mit einem Mikrofon in der Hand und mit einer imaginären Person redet. Ich persönlich finde das wie gesagt arg unschön, ich würde Asp gerne – wenn es auch nur in einem aufgezeichneten Interview ist – in die Augen sehen, wenn er mit mir redet, und nicht das Gefühl haben, dass er irgendwo in der Gegend steht, und mit seinem unsichtbaren Freund redet. Daher hier einen Stern weniger.

    ★★★★

Gesamteindruck

Wenn ich mir die Verteilung der Sterne angucke, und von diesen das arithmetische Mittel bilde, dann lande ich bei allen Punkten irgendwo zwischen 4 und 5 Sternen. Für das Album habe ich mich hier klar für die 4 Sterne entschieden, denn auch wenn es mir gut gefällt – ASP haben schon sowohl musikalisch als auch Ausstattungstechnisch tollere Veröffentlichungen auf den Markt gebracht – und diese Vergleichbarkeit muss ja auch irgendwie zum Ausdruck gebracht werden.

Nun kommt also eine Single daher, und diese hat es, auf den ersten Eindruck vor allem preislich in sich. 11€ für eine Standard-Single sind zunächst einmal nämlich kein Pappenstil. Und die limitierte Edition wartet gleich mit dem dreifachen auf. Allerdings, wenn ich mich heute auf den CD-Markt so umsehe, dann kosten Singles in der Regel weiterhin zwischen 5-8€, und wenn man sich den Artikel auf Wikipedia anguckt, dann scheinen Singles schon immer sehr teuer gewesen zu sein. Wenn wir weiter überlegen, dass es pro Single 2-5 Songs gibt, dann zahlt man pro Song deutlich über einen Euro. Die 11€ für die ASP-Single, die dann auf die 13 Songs aufgeteilt werden, relativieren das deutlich. Gleichzeitig wird die Single in sehr aufwendiger und hübscher Aufmachung geboten, und erscheint damit in der Standardversion gar nicht mehr so teuer. In der Limitierten Version kommt eine weitere DVD hinzu – Film und Konzert-DVDs kosten im Schnitt 15€, und die Differenz zu 30€ lassen sich schlussendlich damit Rechtfertigen, dass wir hier eine limitierte Edition haben, die Handnummeriert ist, in einem Hardcover Digibook daher kommt, welches ein 40-Seitiges Booklet mit eigenem Artwork und cleveren, aufwendigen Extras, wie der UV-Lackierung haben.

Insgesamt ist die Single also nicht so teuer, wie es auf den ersten Blick scheint. Das was man hierfür geboten bekommt, ist den Preis jedenfalls wert. Vor allem Musikalisch kann die Single hier mit dem Album definitiv mithalten, und sie sogar noch übertrumpfen. Ganze 3 Lieder mag ich in der geremixten Version schon lieber, als in der Originalversion.

Mit einer DVD als Extra toppt es sogar die Ausstattung des Albums. Und auch auf dieser befinden sich einige Highlights. Das ASP eine würdige “The Sisters of Mercy”-Coverband wären, haben sie ja schon früher bewiesen. Den Song “Temple of Love” musste ich mir sofort von der DVD herunter rippen und in eine MP3 convertieren, denn diesen Song wollte ich auch in den Ohren haben können, wenn ich unterwegs bin, so toll ist er. Und – und das ist wirklich krass – innerhalb von 2,5 Wochen hat es der Song geschafft bei mir in iTunes auf Position 1 der am meisten gespielten Songs zu landen. Mit einem drittel mehr Wiedergaben, als Platz 2 – welches übrigens “ASP – Bury Me Deep / 1959”, also das andere “Sisters of Mercy” Cover ist (die sind übrigens unter den ersten 50 nicht vertreten!)

Der erste Song des neuen Albums, welcher ein halbes Jahr Vorsprung hat, kommt dann erst an Position 10 (“FermdkörPerson, erstens”), und an Position 31 und 41 sind auch schon die nächsten zwei Songs der neuen Single (die “Stripped Down Piano Version” und die “Horror Score Version”). Wenn ich hier also Musikalisch nicht die vollen 5 Sterne gebe, mache ich sicherlich was falsch.

Was soll ich also anders sagen, als: unbedingt kaufen? Mehr noch als es sogar schon beim letzten Album der Fall war – ASP haben hier wirklich alles richtig gemacht, eine wunderschöne, imposante Veröffentlichung, die im Umfang sogar das Album in den Schatten stellt!

Anzahl Songs (Standard/Limited) 13/13+DVD
Spieldauer (Standard/Limited) 73:53/73:53+101:58
Kosten (Standard/Limited) 10,95€/29,95€
Musik, insgesamt ★★★★★
Ausstattung (Limited Edition) ★★★★★
Gesamteindruck (Limited Edition) ★★★★★
Kaufempfehlung: Unbedingt!

Wer übrigens noch eine limitierte Edition bekommen möchte, sollte sich beeilen. ASP versendet in der Regel streng nach Zahlungseingang, so dass man anhand der Limitierungs-Nummer, die jemand erstanden hat, abschätzen kann, wie viele CDs es noch gibt.

In dem Thread zur CD im Forum haben sich nun schon Leute gemeldet, die Nummern kurz vor der 4.000 haben – also ist das Kontingent jetzt schon auf ein verbleibendes drittel, oder knapp 2.000 CDs erschöpft!

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